Bahnhof Mürzzuschlag wird für Basistunnel umgebaut. Zur Fertigstellung des Semmering-Basistunnels (SBT) wird an mehreren Baustellen gearbeitet: Dazu gehört der Umbau des Bahnhofs Mürzzuschlag und eine Neugestaltung der Gleisanlagen bei gleichzeitig laufendem Betrieb.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 13. Februar 2020 (11:28)
Ein Bahnsteigmodell für den Bahnhof Mürzzuschlag. Zur Fertigstellung des Semmering-Basistunnels (SBT) wird an mehreren Baustellen gearbeitet: Dazu gehört der Umbau des Bahnhofs Mürzzuschlag und eine Neugestaltung der Gleisanlagen bei gleichzeitig laufendem Betrieb. Foto: APA/ÖBB/Ebner
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Vor einem Jahr wurde der Umbau begonnen, dieser Abschnitt der neuen Südbahn kostet rund 160 Millionen Euro. In Mürzzuschlag trifft ab 2027 die bestehende historische Semmeringbahn, die im niederösterreichischen Gloggnitz - wo die Nordportale des SBT errichtet werden - abzweigt, wieder auf die neue zweiröhrige Tunnelstrecke.

Für die Gleise der Hochgeschwindigkeitsbahn werden ein sogenanntes Wannenbauwerk und Entwässerungsbauten notwendig. Aber auch der Oberbau muss erneuert werden, sprich Schotter, Schwellen, Gleise und Weichen. Dadurch können die Züge schnell und leise in den Bahnhofsbereich ein- und ausfahren. Die Arbeiten liegen laut ÖBB im Plan.

Eine Röhre des Tunnels ausgehend vom Mürzzuschlager Portal wird in offener Bauweise errichtet, das heißt: Der Tunnel wird im Unterschied zum bergmännischen Tunnelvortrieb von oben gegraben. Dafür muss das Gestein mittels Baggern und Sprengungen gelockert werden.

Die Sprengungen werden voraussichtlich ein- bis zweimal täglich und nur an Wochentagen zu den gängigen Arbeitszeiten stattfinden. Es gibt keine Nacht- und Wochenendarbeiten. Von Mürzzuschlag aus müssen jedoch nur rund 130 Meter Tunnel gegraben werden. Die bergmännischen Arbeiten erfolgen ausschließlich von der östlich gelegenen Baustelle Grautschenhof aus.

Bauarbeiten am Bahnhof Mürzzuschlag. Zur Fertigstellung des Semmering-Basistunnels (SBT) wird an mehreren Baustellen gearbeitet: Dazu gehört der Umbau des Bahnhofs Mürzzuschlag und eine Neugestaltung der Gleisanlagen bei gleichzeitig laufendem Betrieb. Foto: APA/ÖBB/Ebner
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Ein kleinerer "Tunnel" ist höchstwahrscheinlich schon kommenden Sommer für Reisende benützbar: Der Personendurchgang in Richtung Heizhausgasse und Park & Ride-Anlage wird umgebaut. Die Park & Ride-Anlage, die auf 370 Stellplätze erweitert wird, ist bereits ab 2021 für Bahnkunden benutzbar. An deren Errichtung beteiligt sich das Land Steiermark finanziell.

Bereits fertig ist eine Art "Musterbahnsteig": Hier wurden ein Bahnsteig mit Bahnsteigdach sowie ein Stiegenabgang detailgetreu gebaut. Betonoberflächen, Geländer, Brüstungen, Handläufe und Pflasterungen werden im Vorfeld vom Gestaltungsbeirat begutachtet, um sicherzustellen, dass sich Formen und Oberflächen gut in das Weltkulturerbe Semmering einfügen. Für den Umbau des denkmalgeschützten Bahnhofs wurde auch ein Musterfenster nach dem Vorbild des Bahnhofes, wie er um 1900 beschaffen war, gebaut.

Im Zuge der Umbauarbeiten des Bahnhofes Mürzzuschlag haben Archäologen auch Fundamente des alten, sogenannten "Semmeringer Heizhauses" freigelegt - eines von vier Heizhäusern in Mürzzuschlag, die in den 1860er-Jahren in Betrieb gingen und mit der Elektrifizierung der Strecke abgetragen wurden - die Fundamente waren geblieben. In Heizhäusern wurden die Dampflokomotiven angeheizt und gewartet. An der Stelle des alten Heizhauses entsteht das Fundament für die Gleishalle des zukünftigen Instandhaltungs-Stützpunkts.

Der rund 27 Kilometer lange Semmering-Basistunnel zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag soll ab 2026 Fahrten von Graz nach Wien in weniger als zwei Stunden ermöglichen. Ab diesem Zeitpunkt wird auch der Güterverkehr auf der neuen Strecke abgewickelt.