Bär bei Zusammenstoß mit Zug im Pongau getötet

Aktualisiert am 23. Mai 2023 | 15:31
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Der Bär blieb tot zwischen den Schienen der Tauernbahn liegen
Der Bär blieb tot zwischen den Schienen der Tauernbahn liegen
Foto: APA/LAND SALZBURG/ÖBB
Im Salzburger Pongau ist am Dienstag in den Morgenstunden auf den Gleisen der Westbahn ein Braunbär von einem Zug erfasst und getötet worden. Der Lokführer meldete den Zusammenprall mit dem Tier auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen Schwarzach und Lend bei der Polizei.

Wie Hubert Stock, der Beauftragte des Landes für Bär und Wolf, am Nachmittag zur APA sagte, handelt es sich bei dem Bären um ein männliches Tier mit einem Gewicht von rund 100 Kilogramm.

"Um das Alter des Bären festzustellen, braucht es noch nähere Untersuchungen", so Stock weiter. "Bei Tieren, die auf Wanderschaft sind, handelt es sich aber meist um jüngere Bären." Das Tier wurde beim Zusammenstoß mit dem Zug schwer verletzt. Ihm wurde die linke Hinterpranke abgetrennt, darüber hinaus wies der Bär schwere Verletzungen am Kopf und starke Blutungen auf. Der Kadaver wurde am Vormittag mit einem Kran von den Gleisen entfernt und zum Bahnhof Schwarzach transportiert. Dort wurde der Bär vorerst in ein Kühlhaus gebracht.

Hinweise auf eine andere Todesursache als den Zusammenstoß mit der Lok hätten sich vorerst nicht ergeben, betonte Stock. "Wir haben uns aber dazu entschlossen, das Tier in Wien im Forschungsinstitut für Wildtierkunde obduzieren zu lassen, um das zu bestätigen." Zugleich wurde eine DNA-Probe entnommen. Damit soll festgestellt werden, ob das Tier schon einmal nachgewiesen wurde und woher der Bär ursprünglich kommt. "Bis die Ergebnisse vorliegen, dürfte aber eine Woche vergehen."

Dass das Tier auf den Gleisen unterwegs war, sei nicht ungewöhnlich, betonte der Bärenbeauftragte des Landes. "So lassen sich nicht nur Täler überqueren, sondern rasch große Strecken zurücklegen", sagte Stock. Der Salzburger Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof hat unterdessen angekündigt, den Bären präparieren lassen zu wollen. Er soll für Schulungszwecke in der Jagdausbildung Verwendung finden.

Medienberichten zufolge ist das Raubtier in der Nacht auf Dienstag noch von einem Landwirt gesehen worden. "Ich habe aber noch keine Gelegenheit gehabt, das zu überprüfen und mit dem Mann zu sprechen", sagte Stock. In den vergangenen Wochen wurden in Salzburg mehrfach Sichtungen von Bären oder Bärenspuren gemeldet. Zwei Mal im Pinzgau und dann zweimal am Fuße des Untersbergs im Salzburger Flachgau und angrenzenden Bayern. "Ich gehe davon aus, dass im Gebiet von Salzburg zwei verschiedene Tiere unterwegs sind." Wegen der räumlichen Nähe könnte es sich bei dem nun getöteten Bären um jenes Tier handeln, dass zuletzt im Pinzgau gesichtet worden ist, vermutete Stock.