NÖ Klima- und Energiefahrplan präsentiert. Die Ziele des neuen Fahrplans sollen in den kommenden Jahren Leitlinie für Niederösterreich sein.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 21. Mai 2019 (13:25)
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Für eine saubere und nachhaltige Energiezukunft: Lukas Klaczynski von der Landesschülervertretung NÖ, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Seit dem 1978 gegen das Atomkraftwerk in Zwentendorf mobilisiert wurde, sei viel passiert, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. 2004 beschloss Niederösterreich das erste Klimaprogramm. 2007 wurde Klima in NÖ als erstem Bundesland in der Landesverfassung verankert. Und: „Seit 2015 ist es uns gelungen, das Ziel, 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu produzieren, zu erreichen.“ Darüber hinaus haben sich rund 300.000 Menschen bereits bei Initiativen eingebracht. Und: 40.000 haben einen Green Job.

Der nächste Schritt ist der neue NÖ Klima- und Energiefahrplan 2020 bis 2030. Bis 2030 will man laut Mikl-Leitner unter anderem die Treibhausgas-Emissionen um 36 Prozent reduzieren, 2.000 GWh Photovoltaik und 7.000 GWh Windkraft sollen erzeugt werden und 30.000 neue Haushalte mit grüner Wärme aus Biomasse und erneuerbarem Gas versorgt werden. „Darüber hinaus schaffen grüne Technologien bis 2030 10.000 neue Jobs und jeder fünfte Pkw wird elektrisch unterwegs sein“, informiert der Fahrplan.

Saubere Heizsysteme für Landes-Gebäude

Außerdem: „Wir wollen als Land NÖ mit gutem Beispiel voran gehen“, so die Landeshauptfrau. Daher sollen die Gebäude des Landes mit sauberen Heizsystemen und Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, der Fuhrpark - soweit es möglich ist - auf E-Autos umgestellt werden.

„Wir sind Europa und dem Bund voraus“, betont Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Ein Beispiel: Das Verbot der Öl-Heizungen in Neubauten. Alle anderen Bundesländer hätten sich bei der Klimareferenten-Konferenz im April verpflichtet, diesen Schritt bis 2020 umzusetzen. Für bestehende Heizungen würden Förderungen zum Umstieg motivieren.

„Wir wollen den Strom aus Photovoltaik-Anlagen verzehnfachen. Und: Wir werden den Strom aus Windkraft verdoppeln.“ Dazu müsse man die Anzahl an Anlagen nur marginal erhöhen, da moderne Windräder wesentlich mehr Leistung - ein altes Windrad versorgt 1.000 Haushalte, ein neues 4.000 Haushalte - bringen würden. Und: 50 Prozent der Neuzulassungen sollen künftig E-Autos sein.

Klimaschutz als Wirtschaftsmotor


Der Klimaschutz sei aber auch ein wichtiger Wirtschaftsmotor. „Jedes zusätzliche Prozent Ökostrom trägt dazu bei, dass 15 Millionen Euro im Land bleiben. Die Steigerung von 84 Prozent erneuerbarer Energie auf 100 Prozent bringt damit jährlich 240 Millionen Euro."

Pernkopf: „Wir haben ambitionierte Ziele, aber auch mit Experten Schritte festgelegt, wie man diese auch erreichen kann.“ Außerdem: „Wir haben einen großen Anteil an Klimabündnisgemeinden – und eine engagierte Bevölkerung, eine engagierte Jugend.

Wie etwa Landesschulsprecher Lukas Klaczynski, der vor kurzem die erste NÖ Jugendklimakonferenz organisiert hat. Diskutiert wurden dort Themen von nachhaltig leben bis hin zu Mülltrennung. Von der Jugend kamen jede Menge Ideen, wie etwa Strohalme aus Nudeln anstatt aus Plastik und vieles mehr. Darunter auch Ideen, die in den NÖ Klima- und Energiefahrplan eingeflossen sind.

Den Energieverbrauch reduzieren, die erneuerbare Energieproduktion erhöhen und aus fossilen Energieträgern aussteigen - all das seien Vorhaben, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die man jetzt Schritt für Schritt umsetzen wolle.