Enzenreith , Gloggnitz , Otterthal , Puchberg am Schneeberg , Warth

Erstellt am 12. Juni 2018, 23:44

von Christian Feigl

Elf Menschen aus Wassermassen gerettet. Im nahezu gesamten Bezirk Neunkirchen hat das Unwetter am Dienstag zu "dramatischen Momenten" geführt.

Donnerstag, kurz vor 22 Uhr: Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber hat sich in Kirchau eingefunden, um vor den Medien eine erste Bilanz der verheerenden Gewitter vom Nachmittag zu ziehen. Die kleine Katastralgemeinde von Warth ist nicht zufällig als Schauplatz gewählt – noch vor ein paar Stunden war hier der Hassbach innerhalb weniger Minuten über die Ufer getreten und hatte die umliegenden Objekte und Häuser regelrecht geflutet. „Das Gasthaus stand fast einen Meter unter Wasser“, erinnert sich Bürgermeisterin Michaela Walla an die bangen Momente.

Mittlerweile ist hier wieder Ruhe eingekehrt, die Menschen haben bereits die ersten Aufräumarbeiten bewältigt und sich in ihre Häuser zurückgezogen, um Kraft für den morgigen Tag zu tanken. „Einfach toll, was hier alle geleistet haben, wie jeder angepackt und migeholfen hat“, zollt Walla ihrer Bevölkerung großes Lob.

Bislang keine Verletzte

Von „sehr dramatischen Momenten“ spricht auch Bezirksfeuerwehrchef Josef Huber in seinem Statement: „Eine enorme Gewitterzelle hat sich über unserem Bezirk entladen und Bäche innerhalb von Minuten über die Ufer treten lassen. Muren gingen ab und Keller wurden überflutet. Einige Hausbewohner aber auch Autofahrer wurden von den Wassermassen regelrecht überrascht und mussten von uns gerettet werden. Zum Glück gab es keine Verletzten, weder bei der Bevölkerung noch bei den Einsatzkräften“, bilanziert Huber. Immerhin standen 750 Feuerwehrkameraden aus 70 Wehren im Kampf gegen die Wassermassen im Einsatz.

Erinnerungen an Jahrhunderthochwasser 1999 

Besonders schlimm hat es neben Kirchau und Warth (sogar die Kirche stand hier unter Wasser) auch die Gebiete um Gloggnitz, Enzenreith, Puchberg, Otterthal und Kirchberg erwischt. Vergleiche zum Jahrhunderthochwasser aus dem Jahr 1999 wollen aber weder Huber noch Walla  ziehen: „Das war schon noch viel schlimmer, aber der heutige Tage war auch mit Sicherheit einer der extremsten in den vergangenen Jahren!“
 
Die Bezirkshauptmannschaft hat die Region bereits am Nachmittag  zum Katastrophengebiet erklärt . Sämtliche der rund 5.000 gelagerten Sandsäcke waren am Nachmittag vergriffen. Die Bestände werden derzeit im Ternitzer Bauhof wieder nach- und aufgefüllt.

Situation im Moment unter Kontrolle

Aktuell hat sich die Situation halbwegs beruhigt: „Wir fahren jetzt die Mannschaften runter, ein Teil bleibt in Bereitschaft, morgen früh werden die Aufräumarbeiten wieder in Angriff genommen und fortgesetzt“, so Huber, der aber auch eines ganz genau weiß: „Jeder kleinste Regenguss kann hier für eine weitere Katastrophe sorgen!“
 
Weitere Berichte zur aktuellen Entwicklung finden Sie an dieser Stelle.