LASK-Trennung "noch immer sehr unverständlich". Fußball-Trainer Valerien Ismael kann die Gründe des LASK für das Ende der Zusammenarbeit auch einen Monat danach noch nicht nachvollziehen. Der 44-jährige Franzose, der in seiner Funktion vom früheren ÖFB-Frauen-Teamchef Dominik Thalhammer abgelöst worden ist, äußerte sich am Mittwoch auf Twitter erstmals zu den Umständen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 12. August 2020 (20:45)
Valerien Ismael machte den LASK stark
APA (Archiv/dpa)

"Mein Kapitel in Linz beim LASK ist nun beendet", schrieb Ismael an die LASK-Fans gerichtet. "Die Trennung kam nicht nur für euch, sondern auch für mich sehr überraschend und ist bis heute gefühlt für mich noch immer sehr unverständlich."

Ismael hatte die Linzer in der Europa League bis ins Achtelfinale geführt. In der Liga lagen die Linzer vor der Corona-Pause sensationell an der Tabellenspitze, ehe eine Affäre um illegal durchgeführtes Mannschaftstraining die Euphorie bremste. In der Meistergruppe gingen sechs von zehn Spielen verloren. Zusammen mit den am Ende vier Punkten Abzug für die verbotenen Trainings rutschten die Oberösterreicher vom ersten auf den vierten Endrang zurück.

Trainer Ismael sei aber nicht das Bauernopfer für die Affäre gewesen, betonte LASK-Vizepräsident Jürgen Werner schon kurz nach der Trennung. Laut Darstellung des Sportchefs hätten sich vielmehr auch die Spieler gegen den Franzosen ausgesprochen. Unzulänglichkeiten seien mit dem Erfolg unter Verschluss geblieben, erklärte Werner damals.

Ismael kann das nicht nachvollziehen. "Dennoch möchte ich die tollen Erlebnisse, die wir vor der Corona-Pause zusammen erlebt haben, in guter Erinnerung behalten", betonte der frühere Bayern-München-Verteidiger. "Wir hatten bis dahin die beste Saison aller Zeiten gespielt mit einigen Klub-Rekorden und haben international in der Europa League gerockt und die Schwarz-Weißen Klubfarben mit Stolz hoch getragen!"

Den LASK-Fans dankte Ismael für ihre "eindrucksvolle Unterstützung". Dazu verabschiedete er sich via Twitter von der Mannschaft und allen Mitarbeitern und bedankte sich "von ganzem Herzen für die tolle Zeit".

Das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League bei Manchester United durfte bereits Thalhammer absolvieren. Nach dem 0:5 im Hinspiel, dem letzten Pflichtspiel vor der Corona-Pause, gab es vor einer Woche in Manchester ein 1:2. In die neue Saison starten die Linzer am 29. August in der ersten Runde des ÖFB-Cups mit einem Gastspiel beim Viertligisten ASV Siegendorf.