Österreichs Team verpasste gegen Schweiz erstes Gold. Wie vor einem Jahr bei den Olympischen Spielen haben sich Österreichs Alpin-Skirennläufer auch im WM-Teambewerb an der Schweiz die Zähne ausgebissen.

Von APA Red. Erstellt am 12. Februar 2019 (21:25)
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Österreich holte die vierte ÖSV-Medaille in Aare

Katharina Liensberger, Katharina Truppe, Michael Matt, Marco Schwarz, Franziska Gritsch und Christian Hirschbühl blieb am Dienstagabend Silber, es war die vierte österreichische Medaille bei den Titelkämpfen. Bronze ging an Italien.

Die Schweiz holte mit Wendy Holdener, Ramon Zenhäusern, Aline Danioth und Daniel Yule (plus den Ersatzleuten Andrea Ellenberger und Sandro Simonet) erstmals den WM-Titel im Team. Ausschlaggebend war vor allem die Konstanz von Holdener, die nun zweifache Aare-Weltmeisterin ist, und Zenhäusern, der ausgerechnet im entscheidenden Lauf gegen Schwarz mit 23,23 Sekunden die schnellste Zeit im ganzen Wettbewerb fuhr. 2:2 endete das Finale mit Zeit-Vorteil für die Schweiz.

Auch die zweit- und drittbeste Laufzeit gehörte dem Zwei-Meter-Riesen, der seine Körpergröße bei der Cross-Blocking-Technik perfekt ausspielte. Wie Zenhäusern leistete sich auch Holdener keine Niederlage.

"Im Endeffekt wieder Silber. Die Schweiz ist einfach brutal stark in dem Event, weil die ganze Mannschaft so stark fährt", analysierte Matt. "Es waren leider vielleicht, kann man sagen, nicht die allerbesten Leistungen im Gesamten, aber ich denke, wir sind superhappy mit der Silbermedaille", meinte die Vorarlbergerin Liensberger. "Ich bin gerade echt nur happy", freute sich Truppe, die erstmals Edelmetall gewann. Gritsch und Hirschbühl kamen in der ÖSV-Mannschaft nicht zum Einsatz.

"Ramon hat gezeigt, dass er im Parallelbewerb wirklich der Beste ist. Gratulation an die Schweiz, wir sind auch sehr glücklich. Wir haben uns gut präsentiert und die Silbermedaille gewonnen. Die Schweiz war in diesem Fall einfach besser, das muss man akzeptieren", sagte Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher. "Wir freuen uns sehr mit der Silbermedaille, gerne hätten wir Gold."

Für die Schweizer war es auch als Verband die zweite Goldmedaille in Aare, für die erste hatte am vergangenen Freitag Holdener mit ihrem Triumph in der Alpinen Kombination gesorgt. "Wir haben dafür gekämpft", jubelte die Doppel-Weltmeisterin. "Der Teamspirit ist immer so nett bei uns", hob Yule hervor. "Das war ein wirklich entscheidender Faktor heute."

Schwarz, der am Vortag Bronze in der Kombination gewonnen hatte, durfte sich am Abend seine zweite Medaille in Aare umhängen lassen - zwei weitere Chancen hat der Kärntner noch in Riesentorlauf (Freitag) und Slalom (Sonntag). "Im zweiten Rennen die zweite Medaille, heute mit dem Team. Die Mädels sind brutal stark gefahren, wir haben uns auch gut präsentiert", befand der 23-Jährige. Österreich hatte auf dem Weg ins Finale Argentinien, die Slowakei und Italien eliminiert.

Nach einem klaren 4:0-Auftaktsieg gegen das südamerikanische Land wiederholte die ÖSV-Truppe dieses Score im Viertelfinale gegen die Slowakei. Die Slowaken traten ohne Topstar Petra Vlhova an, die Kombi-Vizeweltmeisterin konzentriert sich in der zweiten WM-Woche auf ihre Spezialdisziplinen Riesentorlauf und Slalom. Auch starke Techniker wie Alexis Pinturault, Henrik Kristoffersen, Felix Neureuther und vor allem ÖSV-Überflieger Marcel Hirscher ließen den Team Event aus. Die USA verzichteten gänzlich darauf, eine Mannschaft zusammenzustellen.

Gegen Italien im Halbfinale waren Matt und Schwarz zwar knapp langsamer als ihre Kontrahenten, Truppe und Liensberger gaben sich jedoch keine Blöße. Beim 2:2 entschied die schnellere Gesamtzeit für Österreich. Im Finale unterlag Liensberger Kombinations-Weltmeisterin Holdener (+0,28 Sek.), Matt besiegte im Anschluss aber Yule (-0,48). Auch Truppe gewann ihr Duell gegen Danioth (-0,21), doch am Ende hatte Schwarz gegen Zenhäusern klar mit +0,54 das Nachsehen - dank der Zeitregel ging Gold an die Eidgenossen.

Titelverteidiger Frankreich zog schon im Viertelfinale gegen Deutschland mit 1:3 den Kürzeren, Gastgeber Schweden schied ebenfalls im Viertelfinale trotz 2:2 gegen die Schweiz aus. Spannend verlief das kleine Finale Italien gegen Deutschland: Im entscheidenden Duell stürzte zwar der Südtiroler Alex Vinatzer, DSV-Schlussläufer Linus Strasser wurde aber wegen eines Einfädlers disqualifiziert. Da hatten die Deutschen schon über die vermeintlich erste Medaille in Schweden gejubelt. Italien gewann schließlich 3:1.