Arztsuche in Jennersdorf dauert weiter an. Händeringend wartet die Stadtgemeinde auf die Zusage der Krankenkasse zur Besetzung der offenen Kassenstellen. Die Zeit drängt, die schriftliche Zusage soll folgen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 25. März 2020 (04:30)
In Österreich mangelt es an der Verteilung der Ärzte
APA (dpa/Archiv)

Anfang April sollte die erste von zwei Kassenarztstellen für Allgemeinmedizin in Jennersdorf nachbesetzt werden. Die Zeit drängt, der angestrebte Termin wackelt. Bürgermeister Reinhard Deutsch appellierte jetzt in einem Brief an die Krankenkassa, die sich mit der Bestätigung der schriftlichen Zusage für die Mediziner Zeit lässt.

„Bis Montag war es nicht möglich, zumindest eine der Kassenstellen für Allgemeinmedizin in Jennersdorf zu besetzen. Der Grund ist nicht, dass es keine Bewerber gibt. Es gab zum Ende der Bewerbungsfrist sogar vier. Zwei dieser Bewerber wurden ausgewählt und ihnen sollten Kassenverträge angeboten werden. Einer, Dr. Spranger, erhielt bereits am 21. Feber eine vorläufige Information, dass er Erstgereihter ist. Seitdem ist nichts weitergegangen“, heißt es von Deutsch.

„Bis Montag war es nicht möglich, zumindest eine der Kassenstellen für Allgemeinmedizin in Jennersdorf zu besetzen"

Trotz unzähliger Telefonate mit der ÖGK (die neue Österreichische Gesundheitskasse) liegt bis jetzt kein von der ÖGK unterfertigter Vertrag vor. „Für uns als Stadtgemeinde ist dieser Zustand untragbar“, meint Deutsch.

Ab April gibt es in Jennersdorf nur mehr einen Allgemeinmediziner. In Absprache mit Dr. Spranger wurde seitens der Gemeinde alles getan, damit dieser mit April seine Ordination aufsperren kann. Die früheren Räumlichkeiten von Dr. Ehrne sind bereits adaptiert und neu ausgemalt. Dr. Spranger steht in den Startlöchern, doch kann er nicht zu arbeiten beginnen, solange er keinen Vertrag mit der ÖGK hat. Er kann ohne Vertrag auch kein Personal anstellen sowie keinen Praxisbedarf und keine Computerleitung bestellen. Diese ist jedoch erforderlich, um Leistungen mit der ÖGK abrechnen zu können.

„Die telefonischen Versuche, direkt ein rasches Vorgehen der ÖGK zu erreichen, waren leider erfolglos. Corona ist nicht die Ursache für diese Verzögerung. Der Virus ist eine weitere Herausforderung für die ÖGK, aber auch für uns Bürgerinnen und Bürger und die Gemeindeverwaltung von Jennersdorf. Wir fordern eine sofortige Erledigung und die umgehende Vorlage des Kassenvertrages durch die ÖGK mit allen erforderlichen Unterschriften. Dies kann im 21. Jahrhundert ja wirklich kein Problem sein“, bittet Ortschef Deutsch um eine schnellere Entscheidung.

Auf Nachfrage der BVZ hieß es von der ÖGK, dass der Fristenlauf in den nächsten Tagen abgeschlossen sei und eine positive Entscheidung für beide Planstellen noch in der nächsten Woche folgen soll.