Bauarbeiten am Dach der iNMS zu früh gestartet. Noch vor dem offiziellen Beschluss des Gemeinderates starteten die dringenden Renovierungsarbeiten an der iNMS. Die ÖVP will eine Sachverhaltsdarstellung einbringen.

Von David Marousek. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:20)
BVZ
Ohne Auftragsvergabe vom Gemeinderat, wurden die Arbeiten am Dach gestartet. Der „beschuldigte“ Unternehmer hat den Auftrag dann trotzdem erhalten. Die ÖVP will eine Sachverhaltsdarstellung einbringen.

Im Gemeinderat hitzig diskutiert wurden die ein paar Tage zu früh gestarteten Arbeiten eines Dachdeckerunternehmens aus Jennersdorf. Mit dem Abmontieren von Blech und dem Kaltdachaufbau wurde nämlich bereits begonnen, noch bevor es eine offizielle Entscheidung über die Vergabe gab. Auch ein Werbebanner der Firma wurde bereits angebracht.

„Er hätte die Frist abwarten müssen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er von sich aus angefangen hat. Das muss ja ein Gemeindeverantwortlicher beauftragt haben, so ist zumindest meine Vermutung. Das ist skandalös, so etwas hat es noch nicht gegeben“, polterte FPÖ-Stadtparteiobmann Franz Schenk.

Dem stimmte auch Franz Müller, Fraktionssprecher der ÖVP und Stadtrat, zu: „Die Vorgehensweise des Bürgermeisters in dieser Causa ist nicht korrekt. Wir werden eine Sachverhaltsdarstellung an die Gemeindeabteilung des Landes Burgenland senden.“

„Es hat eine mündliche Zusage gegeben, dass die Materialien besorgt werden können. Leider ist es zu früh losgegangen.“ Bürgermeister Reinhard Deutsch (Liste JES)

Kritik gab es dabei auch an den politischen Mitbewerbern: „SPÖ, Grüne und auch Gemeinderäte der FPÖ haben diese Vorgehensweise vom Bürgermeister unterstützt und auch gedeckt.“

Ganz anders sah das Bürgermeister Reinhard Deutsch von der Liste „JES“: „Es hat eine mündliche Zusage gegeben, dass die Materialien besorgt werden können. Am 17. Juni gab es da mit allen beteiligten Bürgermeistern und der Planerin ein Gespräch. Das ist dabei für gut befunden worden, der Rest war eine reine Formsache. Leider ist es zu früh losgegangen.“

„Es hat eine mündliche Zusage gegeben, dass die Materialien besorgt werden können"

Das Stadtoberhaupt betonte auch, dass „drei bis vier“ Firmen angeschrieben wurden, es aber klar wurde, an wen der Auftrag gehen würde.

Der Gemeinderat hätte den Beschluss am Donnerstag also noch kippen können, es ergab sich jedoch eine Mehrheit, dass der Firmeninhaber weiter den Auftrag bekommt. Johanna Freudelsperger-Sagl von den Grünen rechtfertigte bei der Sitzung das Okay für den Auftrag, „damit die Schüler im kommenden Schuljahr ein Dach über dem Kopf haben. Aber ich verstehe die Kritik an der Sache.“

Doch was sagt eigentlich der beschuldigte Unternehmer, der nicht genannt werden möchte, zur Sachlage? „Ich wurde von der Architektin angerufen und sie hat die Arbeit für mich freigegeben. Bei Materialbestellungen, insbesondere bei Fenstern, gibt es zurzeit eine erhebliche Lieferdauer“, erklärt der Unternehmer.