Ein teurer Spaß: Gemeinde verliert 24.000 Euro

Erstellt am 23. Juni 2022 | 05:11
Lesezeit: 2 Min
Geld Finanzen Symbolbild
Foto: OlegRi/shutterstock.com
Sitzungsboykott bringt einen höheren Energiepreis: Der Auszug aus der Gemeinderatssitzung vom 9. Juni ließ die Gemeinde Jennersdorf 24.000 Euro verlieren. Beim strittigen Tagesordnungspunkt Gemeindeapp ging es um ähnlich viel Geld.

Wie die BVZ berichtete , zog die ÖVP Fraktion am 9. Juni aus der Sitzung aus – was zur Folge hatte, dass der Gemeinderat nicht beschlussfähig war. Am Montag wurde diese Sitzung nachgeholt. Bürgermeister Reinhard Deutsch (JES) informierte den Gemeinderat darüber, dass am 9. Juni der Ankauf von Energietranchen zu 23 Cent/kWh und somit die Strompreisfixierung für das restliche Jahr hätte beschlossen werden sollen.

Die neue, mündliche Zusage an Deutsch lag am Montag bereits bei 26 Cent. „24.000 Euro hat uns diese Differenz jetzt gekostet“, erklärte Deutsch. Den ÖVP-Mehrheitsbeschluss von Februar über den Ankauf der Cities-App um rund 26.000 Euro wollte der Bürgermeister rückgängig machen, da ein billigeres und umfangreicheres Angebot vorgelegen hätte, welches mit einer digitalen Amtstafel und der App Geminfo.app auf circa 15.000 Euro gekommen wäre.

Aus den Reihen der ÖVP kam das Argument, dass es sich bei der App Geminfo.app um eine Betrugsmasche handle und sich einige Gemeinden bereits davon distanziert hätten. Auch ÖVP-Vizebürgermeisterin Gabriele Lechner äußerte sich dazu: „Ich habe beide Apps von einem Fachmann prüfen lassen, will den Namen aber nicht nennen. Wir wollen die Cities-App.“

Den Vorschlag seitens JES, eine Kommission aus allen Parteien zusammenzustellen und so die beste Möglichkeit auszuloten, lehnte die ÖVP-Fraktion kopfschüttelnd ab. Per Mehrheitsbeschluss bekommt Jennersdorf nun die Cities-App.

Bezüglich Kindergartenausbau wurde der einstimmige Beschluss gefasst, die PEP eine Leistungsaufstellung erstellen zu lassen, wobei aber noch keine Ausschreibungen vorgenommen werden.

Gastredner und Hobbyhistoriker Franz Tamweber konnte den Gemeinderat überzeugen, im leerstehenden ÖVP-Bürgerbüro ein Historisches-Jennersdorf-Museum einrichten zu dürfen. Details dazu müssen erst geklärt werden.