Letzter Gemeinderat: Erfolgreiche Suche nach Kassenärzten

Erstellt am 22. September 2022 | 04:59
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Rathaus Jennersdorf
Das Jennersdorfer Rathaus.
Foto: NOEN, Michael Schmidt
Ab Jänner gibt es eine neue Kassenärztin für Allgemeinmedizin in Jennersdorf. Auch der Kindergartenzubau wurde in der letzten Sitzung einstimmig auf den Weg gebracht.

40 Mal in fünf Jahren hat der Gemeinderat in seiner Legislaturperiode getagt, am Montag zum letzten Mal im Gasthaus Breinwirt in Grieselstein. Mehr als die Hälfte dieser Zeit war die Gesundheitsversorgung in der Stadt intensiv diskutiertes Thema.

Ein Bestreben, diese in der Stadt merklich zu verbessern, mit dem die Bürgerliste JES vor fünf Jahren in ihre erste Wahl gegangen ist. Vor allem die Suche nach Hausärzten hat sich in der Stadt seit Jahren als Mammutaufgabe präsentiert. Eine von JES ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe hatte jetzt Erfolg. Eine dritte Kassenstelle kann mit Jänner besetzt werden.

Es fehle, so Bürgermeister Reinhard Deutsch nur mehr die Zusage der ÖGK, die aber reine Formsache ist. Zuvor hat man sich — nach etlichen misslungenen Ausschreibungen — mit der burgenländischen Ärztekammer geeinigt, die Stelle erst wieder auszuschreiben, wenn es auch potenzielle Bewerberinnen oder Bewerber gibt. Eine Ordination im Gesundheitszentrum wurde bereits seit Juni umgebaut. „Die Stadtgemeinde schließt dazu mit der OSG einen Mietvertrag auf 15 Jahre ab und tritt als Untermieter für die Ärztin auf. Die ersten zwei Jahre werden mietfrei gestellt, danach wird es einen fixen gedeckelten Quadratmeterpreis geben“, erklärt Deutsch, der davon auch die einstimmige Zustimmung des Gemeinderats bekam.

Ähnlich harmonisch ging es auch bei der Vergabe des Baurechtsvertrages an die Projektentwicklung Burgenland (PEB), bezüglich des Kindergartenzubaus, zu. Die Planungen von Architekt Klaus Richter für die geplante Sanierung und den Zubau seien fertig. Als nächsten Schritt plane man die Ausschreibung und „macht sich parallel dazu Gedanken, wie man den Übergang mit einer Containerlösung am besten regeln kann“, erklärt Stadtchef Reinhard Deutsch.

Mit der Auftragsvergabe für die Arbeiten muss sich allerdings schon der neue Gemeinderat befassen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich, „auch wegen den aktuellen Preissteigerungen“, so Deutsch, auf rund 3 Millionen Euro, abzüglich einer rund 20-prozentigen Förderung.

Ein Punkt, bei dem man sich „noch nicht“ einig wurde, ist der Antrag von Grünen-Gemeinderätin Johanna Freudelsberger-Sagl zur Reduzierung der Leuchtzeiten der Straßenbeleuchtung. Ihr Antrag wurde zurückgezogen, weil man sich überparteilich über grundsätzliche Sparmöglichkeiten Gedanken machen möchte. „Vor der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED hat jeder Leutpunkt 40 Watt verbraucht, jetzt sind es 19 und von 22 bis 5 Uhr früh 9 Watt. Würde man die Beleuchtung abschalten, dann müsste man jede einzelne Lampe neu programmieren“, erklärte Deutsch dem Gemeinderat und kündigte.

Einstimmig vergeben wurden auch die Arbeiten für die Haustechnik, Medientechnik, Heizungs- und Lüftungstechnik sowie Klimatechnik für den Umbau des Gemeindeamts.