50 Jennersdorfer mit August ohne Job. Rund 50 Beschäftigte der sogenannten Kappa-Linie stehen in den nächsten Wochen ohne Job da. Eine Stiftung soll helfen.

Von David Marousek. Erstellt am 23. Juli 2020 (05:57)
Das Secop-Werk in Fürstenfeld.
Secop

Anfang April wurde der Verkauf der Produktionslinie für Kappa-Kompressoren des Fürstenfelder Secop-Werkes in die Slowakei fixiert. Die Kündigungen der Mitarbeiter wurden zwischenzeitlich aufgrund der Auftragslage zurückgezogen, nun soll es jedoch so weit sein. Ab August werde aber wohl ein Großteil der Kündigungen an die Belegschaft rausgehen. „Es werden rund die Hälfte der Kündigungen sein, gestaffelt auf drei Schritte“, erklärte Betriebsrat Gerald Weber.

Betriebsrat Gerald Weber sieht mittelfristig gute Chancen, dass wieder Arbeitsplätze entstehen.
BVZ

Mittlerweile sind auch rund 60 Slowaken in Fürstenfeld stationiert, um dort von der Belegschaft zu lernen. „Die Stimmung ist nicht gerade positiv. Vom ‚Wunder von Fürstenfeld‘, merken wir nicht viel“, äußerten sich Teile der Belegschaft gegenüber der BVZ. Aus dem Bezirk Jennersdorf sind davon rund 50 Arbeitnehmer betroffen. Der Betriebsrat macht jedoch Hoffnungen: „Rund 30 Personen werden wohl in den nächsten Monaten im Supportbereich gesucht. Ich sehe da mittelfristig gute Chancen.“ Insgesamt seien rund 170 Arbeiter, Angestellte und Entwickler von den Kündigungen betroffen.

Für die Arbeitslosen wird eine Stiftung eingerichtet, die Weiterbildungen ermöglichen soll. Auch berufsfremde Möglichkeiten sollen offen stehen. „Das ist ganz verschieden, auch komplette Berufsbildänderungen sind möglich. Es wird zusätzlich ein Stipendium zum Arbeitslosengeld geben. Außerdem werden Gespräche zwischen den Landeshauptmännern im Burgenland und der Steiermark geführt“, erklärte Weber. Er selbst wurde in seiner Position übernommen.

„Das Werk dort wird ein Schiffsbruch werden“

Die gesamte Kappa-Produktionslinie wird in weiterer Folge nach Zlate Moravce (Slowakei) verlagert. Betriebsrat Gerald Weber sieht dafür schwarz: „Das Werk dort wird ein Schiffsbruch werden. Ich kenne keinen, der mit Orlande (Anm. Eigentümer von Secop) mitgeht. Wenn die Halle hier leer steht, dann wird das ein schrecklicher Anblick.“