Jennersdorf

Erstellt am 20. Juni 2018, 05:15

von Carina Fenz

Gefahr in Verzug bei Stromleitungen. Ein elektrotechnisches Gutachten empfiehlt die Schließung des Stadtamtes. Die Gemeinde hat bereits mit der Behebung der Mängel begonnen.

Symbolbild  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Ja, richtig gelesen: Der elektrotechnische Zustand des Stadtamtes sieht die Schließung des Gebäudes vor. Ein Gutachten der Netz Burgenland aus dem Jahr 2016 sorgt derzeit für Unmut bei Bürgermeister Reinhard Deutsch. Das Schriftstück ist vor zwei Jahren an die Gemeinde ergangen, aber im Schreibtisch des damaligen Bürgermeisters Willi Thomas verschwunden und erst jetzt, im Zuge der Umstellung auf „Smart Meter“, wieder aufgetaucht.

Stromleitungen und Zählerkasten sind veraltet

Konkret geht es darum: Die Stromleitungen und auch der Zählerkasten sind veraltet, es wurden nie Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, obwohl das der Netzbetreiber von der Gemeinde gefordert hatte. „Überspitzt gesagt haben die Mitarbeiter des Gemeindeamts in den letzten zwei Jahren unter gefährlichen Umständen gearbeitet“, erklärt Bürgermeister Reinhard Deutsch, der sofort nach Auftauchen des Schriftstücks Maßnahmen eingeleitet hat. „Ein privates Unternehmen wird in so einem Fall sofort zugesperrt, bei öffentlichen Einrichtungen ist das ein wenig komplexer. Wir haben umgehend einen Sachverständigen beauftragt, der ein Gutachten erstellt hat, das zum gleichen Schluss kam, wie die Netz Burgenland. Es herrscht aufgrund der schweren Mängel Gefahr im Verzug“, erklärt Deutsch.

„Ein privates Unternehmen wird in so einem Fall sofort zugesperrt, bei öffentlichen Einrichtungen ist das ein wenig komplexer.“ Bürgermeister Reinhard Deutsch

Der Betrieb im Stadtamt muss trotzdem ungestört weiterlaufen. „Wir sind aber bereits mittendrin, die Mängel zu beheben“, erklärt Deutsch. Die Tatsache, dass Naturpark und Tourismus in den nächsten Wochen aus dem Gemeindeamt ausziehen und wieder in ihr altes Büro beim ehemaligen Burgenlandhof zurückkehren, spielt der Gemeinde in die Karten.

„Diese Räume werden dann nicht mehr genutzt. Außerdem soll im Keller ein neuer Zählerkasten installiert und die schweren Mängel sollen behoben werden“, sagt Deutsch, der auch davon spricht, dass eine Sanierung des Gebäudes unumgänglich ist.

„Das ist keine Dauerlösung mehr. Wir müssen uns in den kommenden Wochen Gedanken über die Sanierung des ganzen Hauses machen und auch die Finanzierung dafür regeln, so kann es nicht weitergehen“, hofft Deutsch auf eine Lösung. Seinen Vorgänger Willi Thomas lässt Deutsch übrigens wissen, dass er „grob fahrlässig“ gehandelt habe.