Henndorf darf auf Erhalt der "Dorfschule" hoffen. Mit über 500 gesammelten Unterschriften und viel Einsatz überzeugte die Henndorfer Bevölkerung den Gemeinderat vom Erhalt der „Dorfschule“.

Von David Marousek. Erstellt am 28. Mai 2020 (05:14)
Julia Bücsek, Jacqueline Carbonell und Manuela Karner mit einem der zahlreichen Plakate, die im Sitzungssaal hingen. Der Ortsteil durfte nach der Veranstaltung aufatmen.
Marousek

In der vergangenen Woche wurde im Gasthaus Leiner über die Fortführung der Henndorfer Schule diskutiert. Eine Schulschließung stand wegen dringenden Sanierungsbedarfes im Raum. Unter anderem befinden sich noch alte Öl-Öfen in den Klassenzimmern, welche nach der Heizperiode gestoppt werden müssten. Die Henndorfer Eltern, Kinder und Unterstützer gaben ihre Schule jedoch nicht auf und marschierten quer durch die Ortschaft. Über 500 Unterschriften wurden gesammelt, die dem Gemeinderat übergeben wurden. Im von Plakaten geschmückten Sitzungssaal in Henndorf saßen sich dann rund 60 Leute, Gemeinderäte und Bevölkerung, gegenüber.

Christof Spörk, ein betroffener Vater, kritisierte noch einmal die Kommunikation der Gemeinde mit den Betroffenen: „Ich hätte schon gerne im März mit Ihnen gesprochen, Herr Bürgermeister. Es wurde vergessen, mit den Eltern und Bewohnern Henndorfs zu sprechen. Wir haben das nachgeholt: 67 Prozent der Henndorfer Bevölkerung haben sich in wenigen Tagen unserer Unterschriftenliste angeschlossen.“

Deutsch: „Diese Summe ist ein Abenteuer“

Bürgermeister Reinhard Deutsch (JES) akzeptierte die Argumente der Gegenseite: „Die Unterschriftenliste ist ein klarer Auftrag an den Gemeinderat.“ Er mahnte aber weiter zur Vorsicht: „Wir müssten rund 300.000 Euro investieren und das ohne Turnsaal. Diese Summe ist ein Abenteuer, wir wissen ja nicht, wie es weitergeht.“ Sein Vorschlag, die Henndorfer Klasse geschlossen nach Jennersdorf zu übersiedeln, kam bei der ortsansässigen Bevölkerung nicht gut an. Besonders die Erreichbarkeit zu Fuß sei ein wichtiges Argument für die Schule, hörte man aus dem Publikum. Spörk appellierte an den Bürgermeister: „Wir brauchen einen Aufschub von einem halben Jahr und so wie ich dich kenne, schaffst du es, das auch beim Land durchzusetzen. Politik ist mehr, als nur Regeln zu befolgen. Wir wollen ein Bekenntnis zur Schule.“

Am Ende ging das Wort an alle anwesenden Fraktionen. „Wir werden den Erhalt der Schule unterstützen“, hieß es von Vizebürgermeisterin und Henndorferin Gabriele Lechner. „Wir sind für den Erhalt der Schule“, erklärten die Grünen. Auch Franz Schenk (FPÖ), der schon unter der Woche die Henndorfer Bevölkerung zur Unterstützung aufgerufen hatte, stimmte den Plänen zu. Vizebürgermeister Josef Feitl (JES) befürwortete ebenfalls den Erhalt der Dorfschule. Doch auch, wenn mehr als die Hälfte der aktuellen Gemeinderäte anwesend waren, bindend wird es erst mit einem Gemeinderatsbeschluss. Dieser steht am heutigen Donnerstag an (siehe unten). Nach den Bekenntnissen der Fraktionssprecher in der Vorwoche sollte dieser jedoch nur mehr Formsache sein.