Bestand dezimiert: Wo sind die Schwalben?. Birdlife und der Verein Burgenländische Naturschutzorgane ersuchen, Schwalbennester zu zählen, damit der schwindende Bestand erfasst werden kann.

Von Helga Ostermayer. Erstellt am 16. Juli 2021 (04:49)
440_0008_8127150_mat28hoschwalben.jpg
Schutz der Schwalben. Birdlife appeliert, die Nester hängen zu lassen.
BVZ

Schwalben gelten als Glücksbringer und kündigen den Sommer an. Jahrhundertelang waren sie ganz selbstverständliche Mitbewohner unter den Dachfirsten und in Stadeln.

Trotz ihrer Anpassung an die von den Menschen geprägte Landschaft gehen die Schwalbenzahlen teils dramatisch zurück. Im Burgenland wird der Bestand gerade noch auf rund 3.500 Paar Rauchschwalben und 2.000 Paar Mehlschwalben geschätzt.

Daher sind jetzt alle Interessierten aufgerufen Schwalbennester zu zählen und bei den Gemeindeämtern, in denen Boxen für die aufliegenden Meldebögen aufgestellt sind, oder online unter www.birdlife.at zu melden. Die Zählaktion läuft noch bis zum 15. August.

Kathrin Hausmann aus Baumgarten, ihres Zeichens ehrenamtliches Naturschutzorgan des Bezirkes, berichtet: „Um die Bestandszahlen etwas besser abschätzen zu können, arbeitet die Organisation Birdlife mit dem Verein Burgenländische Naturschutzorgane zusammen. Gemeinsam versuchen wir, die Information über die Schwalbenzählung öffentlich zu machen und die Bevölkerung um Mithilfe zu ersuchen.“

Schwalben, die nicht mit den Mauerseglern verwechselt werden sollten, ernähren sich hauptsächlich von Insekten und haben besonders während der Jungenaufzucht viele hungrige Schnäbel zu stopfen. Dazu wird pro Brut etwa ein Kilogramm Insekten benötigt. Der Einsatz von Pestiziden vor allem in der Landwirtschaft und der Verlust von vielfältigen Strukturen führt zu einem massiven Rückgang an Insekten. Daher wird appeliert, möglichst keine Spritzmittel zu verwenden und Streuobstwiesen oder Blühstreifen anzulegen, damit die vielfältige Struktur in der Landschaft erhalten bleibt.

Weiters appeliert Birdlife an alle Vögelschützer, die Nester aus dem Vorjahr hängen zu lassen und gibt in seiner in den Gemeindeämtern aufliegenden Broschüre wichtige Tipps zur Unterstützung der Schwalben beim Nestbau.