Dieb war mit Landkartentrick unterwegs. Gezielt suchte sich ein Trickdieb hochbetagte Menschen aus. Mit einer Landkarte lenkte er seine älteren Opfer ab – und stahl ihnen die Geldbörsen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 20. März 2020 (05:28)
Symbolbild
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Mit einem Trick lenkte ein 32-jähriger Rumäne seine betagten Opfer ab und stahl deren Geldbörsen. Befand sich darin eine Bankomatkarte samt PIN-Code, so hob er damit Geld ab. Die Kriminalpolizei war dem Trickdieb im Vorjahr auf die Schliche gekommen. Am 7. November 2019 wurde er verhaftet, in der Vorwoche zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Bestohlen hatte er seine über 70- und bis zu 95-jährigen Opfer in Halbturn, Eisenstadt, Neudörfl, Pöttsching, Neustadt, Möllersdorf, Mödling, Wiener Neudorf, Korneuburg und Wien.

Die Vorgangsweise war bei den meisten Vorfällen dieselbe: Der Mann beobachtete ältere Menschen, die eine Bankfiliale aufsuchten.

Autotür aufgerissen, Geldbörse geklaut

So setzte sich etwa ein 92-jähriger Pensionist am 29. Juli 2019 nach einem Bankbesuch in Neudörfl in sein Auto und legte die Geldbörse auf den Beifahrersitz. Plötzlich riss der Täter die Beifahrertüre auf, breitete eine Landkarte über den Beifahrersitz und verwickelte sein Opfer in ein Gespräch. Kurz danach raffte er die Landkarte wieder zusammen und entfernte sich. Mit ihm verschwand auch die Geldbörse. Später hob der Täter mit der erbeuteten Bankomatkarte 21.756 Euro Bargeld vom Konto des 92-Jährigen ab.

Dieb hob mehr als 20.000 Euro ab

Eine 95-jährige Frau sprach der 32-Jährige am 2. Juli 2019 in Wiener Neustadt an. Er breitete einen Stadtplan über den Korb, der an ihrem Rollator befestigt war, und in dem sich ihre Handtasche befand. Als der Mann wieder weg war, fehlte die Geldbörse mit 1.750 Euro.

Vor Gericht bekannte sich der Rumäne zunächst nur zu drei Diebstählen schuldig. Er behauptete, in Rumänien 4.000 Euro im Casino verspielt zu haben, die er sich zuvor ausgeborgt hatte. Dieses Geld habe er durch die Diebstähle wieder zurückerstatten wollen.

„Sie nutzten die Hilflosigkeit der Opfer aus“, hielt die Staatsanwältin dem Angeklagten vor.

„Wir müssen die Bevölkerung vor solchen Tätern schützen, vor allem die betagten Menschen“, sagte Richterin Birgit Falb und verurteilte den Mann zu 18 Monaten Freiheitsstrafe.

An fünf Opfer muss er die gestohlenen Geldbeträge zurückzahlen, den Rest des erbeuteten Geldes – 31.506 Euro – muss er an die Republik bezahlen. Der Rumäne nahm das Urteil an.