Mattersburger Florianihof steht zum Verkauf. Laut Schätzgutachten beträgt der Liquidationswert 750.000 Euro. Aus dem Gastro-Bereich gibt es Interessenten.

Von Richard Vogler. Erstellt am 22. Oktober 2020 (05:55)
Der Florianihof wurde im Jahre 1957 geöffnet. Ob es dort weiter Gastronomie geben wird, ist noch offen.
BVZ

Die Pleite der Commerzialbank zog einige Konkurse nach sich, eine davon war jener der Florianihof Betriebs GmbH: Der Betrieb stand zu 100 Prozent im Besitz der Commerzialbank. Als Passiva wurden 3,3 Millionen Euro angegeben. Die Insolvenzursachen werden wie folgt angegeben: Das Unternehmen hatte – wie die gesamte Branche – unter den Folgen der Covid-19-Pandemie zu leiden, unmittelbarer Auslöser für die Insolvenz war aber der Konkurs der Commerzialbank. 21 Dienstnehmer sind betroffen. Im Rahmen des Konkursverfahrens wurde von Masseverwalter Christian Supper (RSS Rechtsanwälte) für das Gebäude ein Schätzgutachten in Auftrag gegeben. Der Verkehrswert des Gebäudes beläuft sich laut Gutachten auf 1.086.000 Millionen Euro, der Liquidationswert wird mit 750.000 Euro angegeben. Die zweite Summe ist also der Mindestwert, der beim Verkauf erzielt werden soll.

„Der Liquidationswert wurde angenommen, weil im Konkursverfahren ein gewisser Zeitdruck besteht und auch die momentane Covid-Situation beim Verkauf von Hotels und Restaurants in Betracht gezogen werden muss“, berichtet Christian Supper. Einige Interessenten für den Florianihof gab es bereits vor dem Schätzgutachten, diese bekommen nun ein Schreiben mit der Aufforderung einer Anbotslegung. Wann der Verkauf abgeschlossen sein wird? „Dies kann man zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen“, so Supper.

Aktuell darf in jenem Bereich, wo sich der Florianihof befindet, nichts Neues gebaut werden. Die Stadtgemeinde gab einen Teilbebauungsplan in Auftrag und erließ dort auch einen Baustopp. „Mittels Gemeinderatsbeschluss kann dieser jedoch wieder aufgehoben werden“, so Bürgermeisterin Ingrid Salamon. Was am Areal des Florianihofs hinkommen wird, ist noch offen. Dem Vernehmen nach soll es Interessenten aus der Baubranche, jedoch auch aus dem Bereich der Gastronomie geben. Die Chance, dass es dort auch weiterhin ein Wirtshaus oder eine andere gastronomische Nutzung gibt, besteht also. „Natürlich wären wir vonseiten der Stadtgemeinde erfreut, wenn es auch nach dem Florianihof ein Wirtshaus geben würde“, so Salamon.

Insolvenzverfahren bei Zimmermann

In der Vorwoche ging die Malerei Stangl infolge der Commerzialbank-Causa in Konkurs, zu Beginn dieser Woche beantragte die Firma Zimmermann GmbH am Landesgericht Eisenstadt ein Insolvenzverfahren. Im Unterschied zur Firma Stangl wird der Betrieb weitergeführt. „Es geht Herrn Zimmermann hier vor allem um seine Mitarbeiter, und die Auftragslage ist sehr gut, das Unternehmen soll weitergeführt werden“, berichtet Mediensprecher Walter Gröblinger. „Es hat Vorgespräche mit dem Masseverwalter und der Arbeiterkammer gegeben. Ziel ist, dass es eine innere Sanierung des Unternehmens gibt und mit einem Investor das Unternehmen weiter zu betreiben.“ 98 Dienstnehmer und über 75 Gläubiger sind betroffen. Die Passiva betragen laut Konsumentenschutzverband rund 812.000 Euro. Ob eine längere Fortführung beziehungsweise Sanierung des Betriebs möglich ist, wird der Insolvenzverwalter in den nächsten Tagen und Wochen intensiv zu prüfen haben.