Bürgermeisterin listet Kredit-/Guthabenssummen auf. Die Bürgermeisterin von Mattersburg, Ingrid Salamon (SPÖ), hat die Gemeinderäte über die Konten bei der nach einem Bilanzskandal in Konkurs befindlichen Commerzialbank Mattersburg informiert. Der ÖVP haben die Antworten aber nicht gereicht.

Von Redaktion APA. Erstellt am 12. August 2020 (12:54)
Ingrid Salamon, SPÖ
Bgld. Landesmedienservice/Siderits

Nach dem derzeitigen Stand der Dinge steigt laut Salamon die Stadtgemeinde Mattersburg und deren Tochtergesellschaften FEZ GmbH, Villa Martini GmbH und Stadtentwicklungs KG aus der Commerzialbank-Pleite "relativ glimpflich" aus, wie sie nach der Gemeinderatssitzung am gestrigen 11. August mitteilte.

Die Stadtgemeinde habe bei der Commerzialbank einen offenen Kassenkredit in Höhe von 1,769.322 Euro. Die Guthaben bei der Bank betragen 192.047 Euro, wurde mitgeteilt.

Sie sei nach Besprechungen mit Experten zuversichtlich, "dass dieses Guthaben angerechnet wird, so dass sich die Kreditsumme entsprechend reduziert", so Salamon in einer Aussendung am Mittwoch. Generell sei seitens der Commerzialbank kein Anlagevermögen verwaltet worden, weder von der Stadt noch von den Tochtergesellschaften. "Den direkten Schaden, sofern überhaupt einer entsteht, werden wir meistern", meinte die Bürgermeisterin. "Den indirekten Schaden werden der Bezirk und die Stadt noch Jahre spüren. Aus seriöser Sicht lässt sich hier der Gesamtschaden noch nicht absehen."

Die ÖVP warf der Bürgermeisterin indes in der Aussendung vor, auf alle Fragen im Gemeinderat die Antworten schuldig geblieben zu sein. Salamon könne sich nicht erinnern, wann sie von der Schließung der Commerzialbank erfahren habe, durch einen Trick der Geschäftsordnung habe sie sich - so der VP-Vorwurf - zudem der Antwort entzogen, ob sie jemals Geschenke von Martin Pucher, der Commerzialbank, oder dem SVM bekommen habe. "Ein trauriges Bild einer Bürgermeisterin einer Bezirksstadt", befand Stadtrat Andreas Feiler am Mittwoch. Im Gespräch mit der BVZ hielt Salamon fest: Bei meiner 60er-Feier hat es von Martin Pucher, von der Commerzialbank und vom SVM keine Geschenke gegeben.“ Weiters erläuterte sie, dass „die Geburtstagsfeier von meinem Ehemann gezahlt worden ist.“

Im Zusammenhang mit der Pleite auch des SV Mattersburg und der Neugründung eines neuen Fußballvereins (MSV 2020) erklärte die Bürgermeisterin, als Grundeigentümer beim Pappelstadion "wollen wir unser Stadion so zurückbekommen, wie es jetzt ist" und wieder allen fußballbegeisterten Mattersburgern zur Verfügung stellen. Auch eine Damenmannschaft plant der neue Verein.