Mattersburger Hundeschule: Was Hunde wirklich brauchen

Erstellt am 19. Jänner 2023 | 04:13
Lesezeit: 4 Min
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Die Pöttschingerin Barbara Fink versteht Hunde wie kaum jemand anderer im Bezirk. Am 31. Jänner bietet sie ihren Onlinekurs „Hundeverhalten verstehen“ an.
Foto: zVg
Jede Hunderasse bringt andere Verhaltensweisen und Bedürfnisse mit sich. Darüber weiß Barbara Fink besonders gut Bescheid. In Mattersburg führt sie ihre eigene Hundeschule. Ende Jänner wird sie ihren ersten Onlinekurs zum Thema „Hundeverhalten verstehen“ anbieten.

Jede Hunderasse erfüllt ihren Zweck, sagt Barbara Fink. „In FCI-Gruppen (kynologischer Dachverband, Anm.) eingeteilt, finden wir Jagdhunde, Begleithunde, Wachhunde, Hütehunde und mehr.“ Heute gibt es hingegen bei vielen Hundehaltern immer häufiger sogenannte „Arbeitsrassen“, die mit ihrem ursprünglichen Zweck nichts mehr zu tun haben.

„Die Rede ist hier garantiert nicht von diamanten-besetzten Halsbändern oder dem überteuerten Anti-Angst-Hundebett.“ Barbara Fink Hundetrainerin

Ein Hundehalter sollte sich deshalb damit beschäftigen, was sein Hund tatsächlich braucht, um ein schönes gemeinsames Leben mit ihm zu ermöglichen.

„Die Rede ist hier aber garantiert nicht von diamanten-besetzten Halsbändern“, sagt Fink, „dem überteuerten Anti-Angst-Hundebett oder einer Kollektion von mehreren Leinen für jeden Anlass.“ Das seien Dinge, die die Bedürfnisse der Hundehalter, nicht aber der Vierbeiner befriedigen.

Die Rasse sollte nicht nach Aussehen gewählt werden

„Ein Windhund liebt es zum Beispiel zu laufen, der Schäferhund zu wachen und der Jagdhund klarerweise zu jagen. Kann man auf das Bedürfnis nicht direkt eingehen, sollte man unbedingt Ersatzhandlungen finden.“

Unterdrücken durch Strenge mache keinen Sinn, da das Bedürfnis nicht verschwindet und der Hund dadurch nur ein frustriertes Dasein lebt. Daher sollte sich jeder (potentielle) Hundehalter bereits vor Anschaffung des Hundes darüber informieren, welche Verantwortung mit der gewünschten Rasse einhergeht. „Die Rasse sollte keinesfalls nach Aussehen ausgewählt werden, sondern zum Alltag des Halters passen.“

Viele Hunde, sagt Barbara Fink, werden heutzutage auch vermenschlicht oder müssen als Kinder- oder Partnerersatz herhalten. Verhaltensprobleme sind dann vorprogrammiert. „In erster Linie ist es die Aufgabe des Hundehalters, den Hund als das zu akzeptieren und zu respektieren, was er ist: ein Rudeltier, Fleischfresser und Raubtier“. Geht man auf die Bedürfnisse des Hundes ein, kann dieser meist ohne Probleme im Familienverband leben.

„Unsere Vierbeiner haben ein tiefgreifendes Gefühlsleben.“

Für jeden Hund ist natürlich eine ausreichende Bewegung wichtig. „Bei der Gassirunde darf er sein Revier markieren, schnüffelnd die Umwelt erkunden, sich austoben und spielen. Bei aktiven Hunden wird oft Wert darauf gelegt, den Hund auszupowern und stundenlange Runden zu drehen.“ Bei vielen Rassen sei es aber genauso wichtig, die „Kopf- und Denkarbeit“ nicht zu vernachlässigen. Gleichzeitig sollte der Hund die Möglichkeit haben, mehrere Stunden am Tag ungestört zu ruhen. „Hierzu sollte ein geeigneter Rückzugsort geschaffen werden.“

Unsere Vierbeiner haben außerdem ein tiefgreifendes Gefühlsleben, weiß Fink. „Sie können glücklich sein, aufgeregt, gestresst oder angespannt und sich manchmal auch einsam fühlen. Hunde haben jedoch ihre eigene Art, ihre Emotionen zu kommunizieren, also ist es wirklich unumgänglich, die Sprache der Hunde zu verstehen.“

Den Hund anbrüllen während er ängstlich ist, zu streicheln während er das Kind anknurrt oder ständig Kontakt zu suchen während der Hund gerne schlafen würde, gibt ihm weder Sicherheit noch einen gesunden Platz im Familienverband. Verhaltensprobleme, die Hund und Besitzer deprimieren, können auftreten. Streicheleinheiten, Belohnungen nach einem tollen Training, Körperkontakt und gemeinsame Spiele dürfen aber auch nicht zu kurz kommen.

Verantwortungsvoll Wissen über Hunde beziehen

Unterstützung bei all diesen Themen, den eigenen Hund richtig zu verstehen, bietet die Hundetrainerin Barbara Fink in ihrer Hundeschule in Mattersburg, in Einzeltrainings und auch in Onlinekursen.

In ihrem Onlinekurs „Hundeverhalten verstehen“ gibt es am 31. Jänner (19 Uhr) sogar die Möglichkeit, dieses Wissen gemütlich von zu Hause aus zu erwerben. „Wann hat mein Hund Schmerzen? Wie erkenne ich ängstliches Verhalten? Ist jeder knurrende Hund aggressiv?“ Diese und viele weitere Fragen zum Thema Hundeverhalten beantwortet sie in ihrem Webinar.

Vor Ort, in der Hundeschule, beginnt am 18. März wieder der Frühlingskurs für Welpen, Junghunde und erwachsene Hunden. Anmeldungen und Infos gibt es auf ihrer Website www.pfotenkompass.at.