Junge Rohrbacherin tritt in die Fußstapfen des Vaters. Die junge Sopranistin Miriam Kutrowatz hat nach dem Abschluss ihres Studiums bereits einen Vertrag im jungen Ensemble des Theaters an der Wien in der Tasche.

Von Helga Ostermayer. Erstellt am 03. Januar 2021 (04:23)
Junge Sopranistin. Miriam Kutrowatz freut sich schon auf spannende Produktionen im Theater an der Wien.
S. Panfili/ D. Schewig/L. Namisnyk

Nachdem sie im Herbst ihr Studium abschloss, hat die erst 23-jährige Sopranistin Miriam Kutrowatz bereits ihr erstes Engagement im Theater an der Wien in der Tasche.

„Mein Engagement im Theater an der Wien im dortigen jungen Ensemble bedeutet mir sehr viel, da ich ab meinem elften Lebensjahr meine Mutter, die im Arnold Schönberg-Chor – dem dortigen Hauschor – singt, immer wieder begleitet habe. „Damals dachte ich mir, dass es das coolste überhaupt sei, dass man da hergehen und in eine andere Welt eintauchen kann. Schon damals war mein größter Wunsch, hier einmal auf der Bühne stehen zu können und jetzt, ein paar Jahre später, wurde dieser Wunsch Realität für mich“, schwärmt die junge Sängerin, deren berühmter Vater der bekannte Pianist Eduard Kutrowatz ist. „Die Produktionen sind spannend, frisch und aufregend und es macht großen Spaß, so ins Berufsleben einsteigen zu dürfen“, fährt Miriam Kutrowatz fort.

Mit 15 Jahren war der Berufswunsch geklärt

Seit Anfang November sind die Theater und Opernhäuser geschlossen. Im Gegensatz zum ersten Lockdown wird diesmal aber weiter geprobt. Miriam Kutrowatz probt zurzeit in der Kammeroper die selten gespielte Barockoper „Giasone“ von Francesco Cavalli.

Auftritt mit dem Vater. Pianist Eduard Kutrowatz begleitet seine Sopranisten-Tochter Miriam am Klavier.
S. Panfili/ D. Schewig/L. Namisnyk

Glück gehört für eine Karriere als Sängerin dazu, aber auch Ehrgeiz und Begabung, ist die junge Sopranistin überzeugt. Mit vier bekam sie ihre erste Geige, lernte Klavier, mit 15 war klar, dass sie Sängerin werden wollte. „Die Bühne ist meine Welt, Lampenfieber kenne ich eigentlich nicht“, bekennt sie. Ein Grund-Adrenalin brauche es natürlich vor einem Auftritt, aber sie fürchtet sich nicht davor, auf die Bühne zu gehen, weil sie sich eigentlich so darauf freue, das machen zu dürfen. „Ich glaub‘, ich habe eine gute Gelassenheit von den Eltern mitbekommen“, ist Kutrowatz überzeugt.

Schon bei ihrer Tanzausbildung hat sie gelernt, sich selbst auszuprobieren und oft auch an ihre Grenzen zu gehen. Das hilft ihr auch bei der Rollengestaltung. „Auf der Bühne muss man sich trauen ‚schiach‘, komisch und eigenartig zu sein, es geht nicht darum, dass alles perfekt oder schön ist“, ist Miriam Kutrowatz überzeugt.

Eduard Kutrowatz ist stolz auf seine Tochter

Papa Eduard Kutrowatz, der mit seiner Familie so oft wie möglich in Rohrbach weilt, ist natürlich stolz auf die Tochter: „Es war einzig und allein Miriams Entscheidung, diesen Beruf, wo oft Schwerstarbeit geleistet werden muss, zu wählen. Ich begleite sie dabei nur unauffällig“, gibt er sich trotzdem ganz bescheiden.