Tschürtz erwägt Bürgermeister-Kandidatur in Mattersburg. Der frühere burgenländische FPÖ-Obmann Johann Tschürtz liebäugelt mit dem Bürgermeistersessel in Mattersburg.

Von APA / BVZ.at. Update am 16. Januar 2021 (20:59)
Johann Tschürtz
Wolfgang Millendorfer

Die bisherige Stadtchefin Ingrid Salamon (SPÖ) ließ kürzlich wissen, dass sie nicht mehr kandidieren wird. Der nunmehrige FPÖ-Klubchef könnte sich auch eine parteifreie Kandidatur vorstellen, wie er in der "Krone" am Donnerstag erklärte und am Nachmittag gegenüber der APA bestätigte.

Tschürtz lebt seit der Trennung von seiner Frau vor rund einem Jahr in dem Bezirksvorort. "Viele Bewohner reden mich an, schildern mir ihre Anliegen. Ihnen bin ich aus der Zeit als Landeshauptmann-Stellvertreter gut in Erinnerung." Mattersburg braucht seiner Meinung nach neue Impulse, denn in den vergangenen Jahren sei "vieles schiefgelaufen", so Tschürtz mit Verweis auf die Commerzialbank. Vorstellbar ist für ihn auch eine parteifreie Kandidatur: "Es gibt genug Freiheitliche, die in der Gemeindepolitik als Unabhängige vertreten sind."

Gegenüber der APA bestätigte der ehemalige Parteichef: "Das ist wirklich überlegenswert, weil ich oft angesprochen werde." Fix sei aber noch nichts, schließlich müsse dies auch parteiintern besprochen werden. Ob er für die FPÖ antreten würde oder als Parteifreier, sei noch offen, jedenfalls würde er sich "breit aufstellen" wollen, denn es brauche "Erneuerung für Mattersburg". Dies sei aber noch keine Zusage, so Tschürtz.

Die Stadt Mattersburg wehrte sich indes gegen die FPÖ-Kritik. In einer Aussendung betonte Amtsleiter Karl Aufner etwa: "Die Behauptung, dass sich die Stadt von der Commerzialbank das Rathaus hätte errichten lassen, entspricht nicht der Wahrheit." Auch was das Impulszentrum betrifft, sei man in intensiven Verhandlungen mit dem Masseverwalter, um den Bau wie geplant umzusetzen.

Bezirks-FPÖ Mattersburg übt deutliche Kritik an Tschürtz

Das Liebäugeln des früheren burgenländischen FPÖ-Obmanns Johann Tschürtz mit dem Bürgermeistersessel in Mattersburg sorgt offenbar für Irritationen innerhalb der Bezirks-FPÖ. Bezirksparteiobmann Christian Spuller übte scharfe Kritik am nunmehrigen FPÖ-Klubchef. Es sei "unfassbar, sich selbst als Kandidat auszurufen, noch dazu als parteifreier", machte Spuller am Samstag in einer Aussendung seinem Unmut Luft.

Tschürtz hatte am Donnerstag in der "Krone" erklärt, er könne sich eine Kandidatur als Bürgermeister in Mattersburg vorstellen, nachdem die bisherige Amtsinhaberin von der SPÖ nicht mehr antreten werde. Er wolle dabei nicht ausschließen, auch als parteifreier Kandidat anzutreten.

Der Mattersburger Stadtparteiobmann Siegfried Steiner sieht die Aussagen des burgenländischen Ex-FPÖ-Obmanns als Absage an die Partei: "Jetzt will er die FPÖ aufgeben, anders kann das gar nicht interpretiert werden." Steiner kritisierte in einer Aussendung auch die Kommunikation der Landes-FPÖ mit der Stadtpartei: "Seit Wochen und Monaten spricht die Landespartei nicht mit uns, obwohl wir auch im Gemeinderat dringend auf Informationen aus dem Commerzialbank U-Ausschuss angewiesen wären".