Bezirk Mattersburg baute Schulden ab. Im Bezirk Mattersburg konnte man die Schulden pro Kopf im Vergleich zu 2018 um 47 Euro verringern.

Von Helga Ostermayer, Elisabeth Tritremmel und Viktoria Sieber. Erstellt am 03. Dezember 2020 (05:55)
Irina Strelnikova/Shutterstock.com; Grafik: Bischof

Diese Woche wurde vom Land Burgenland die Gemeindefinanzstatistik für das Jahr 2019 präsentiert (siehe auch Artikel Seite 3). Diese weist für die 19 Gemeinden im Bezirk Mattersburg einen Gesamtschuldenstand von 26,372.487 auf. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl hat jeder laut Gemeindefinanzstatistik 662 Euro Schulden, das sind um 47 weniger als 2018 ( 709 Euro).

Höchste Schulden in Forchtenstein

Die Gemeinde mit dem höchsten Schuldenstand im Jahr 2019 war im Forchtenstein mit 1.502 Euro pro Kopf. „Die Schulden resultieren aus dem Kanalbau der vergangenen Jahre. Forchtenstein ist eine Streugemeinde, daher muss man an vielen Ecken stückweise die Kanäle erneuern. Erst im vergangenen Jahr wurde die Dimension des Kanals auf der Hauptstraße erhöht“, führt Bürgermeisterin Friederike Reismüller aus.

Sieggraben: Höchste freie Finanzspitze

Über die höchste freie Finanzspitze im Bezirk mit 350 Euro pro Kopf kann sich Sieggraben freuen. Bürgermeister Andreas Gradwohl berichtet: „Wir haben sehr wirtschaftlich gearbeitet und sind mit dem öffentlichen Geld sorgsam umgegangen. Es wurde darauf geachtet, dass wir für Projekte Geld ansparen können, die 2020 realisiert und umgesetzt wurden.“ Die geringste freie Finanzspitze im Bezirk hat Krensdorf mit minus 188 Euro pro Kopf. Bürgermeister Karl Izmenyi war auf Anfrage der BVZ zu keiner Stellungnahme bereit. Ebenfalls negative freie Finanzspitzen im Jahr 2019 weisen Bad Sauerbrunn (minus 49 Euro pro Kopf) und Loipersbach (minus 10 Euro pro Kopf) aus.

Der Amtsleiter der Gemeinde Bad Sauerbrunn, Harry Seedoch, meint dazu: „Unsere Gemeindeschulden resultieren aus den vielen Investitionen die wir getätigt haben, wie zum Beispiel den Naturkinderspielplatz, den wir 2019 eröffnet haben. Wir haben einen neuen Kindergarten gebaut, die Volksschule wurde saniert und vergrößert sowie mit einer Photovoltaikanlage versehen und ein neuer Fußballplatz wurde ebenfalls gebaut.“ In Loipersbach hat man zwar eine negative Finanzspitze von minus 10 Euro pro Einwohner, jedoch kann man sich über einen Schuldenstand von Null freuen. „Die Gemeinde Loipersbach war 2019 schuldenfrei. Wir waren immer unter den Top-Gemeinden des Burgenlandes“, meint Bürgermeister Erhard Aminger aus Loipersbach auf Anfrage der BVZ. Auch in Wiesen weist die Gemeindefinanzstatistik für das Jahr 2019 keine Schulden aus.

Bürgermeister Matthias Weghofer meint dazu: „Dieses Ergebnis kommt nicht von heute auf morgen und kommt daher, weil wir vernünftig wirtschaften. Wir haben zum Beispiel den Kirchenpark saniert und auch auf LED umgestellt, aber nicht mithilfe von Schulden, sondern aus dem Budget.“