Keime im Stausee. Im Badesee Forchtenstein wurden bereits 2017 Krankenhauskeime entdeckt. AGES gibt jetzt Entwarnung.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 08. November 2019 (03:16)
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Im Bade-Stausee Forchtenstein ist bei einer Untersuchung im Jahr 2017, die erst jetzt publiziert worden ist, ein antibiotikaresistenter Krankenhauskeim entdeckt worden. Die Forscher der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), die die Probe entnommen haben, geben aber Entwarnung. Nur im äußersten Fall könnte dieser Keim schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Konkret handelt es sich dabei um eine „Pseudomonas aeruginosa“-Bakterie mit 51 Resistenz-Genen. Der Keim besitzt die Fähigkeit, Antibiotika aus dem Zellinneren hinauszubefördern. Anders gesagt, der Keim verhindert, dass ein Antibiotikum Bakterien im Körper abtötet. Derartige Keime treten besonders häufig in Krankenhäusern auf.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass es hier zu einer Infektion beim Baden kommt, ist aus meiner Sicht vernachlässigbar. Es geht um alte Menschen mit offenen Hautstellen, es geht um Patienten, die unter Krebstherapie immunsupprimiert sind – die sollten nach unserer Empfehlung natürliche Badegewässer meiden“, so der AGES-Humanmediziner Franz Allaberger. Die Bestimmung dieser Bakterien, so die AGES, dauert mehr als ein Jahr.

„Wir haben uns nichts vorzuwerfen, denn wir halten uns genau an die Vorgaben der Bezirkshauptmannschaft.“

Der Fäkalkeim könnte über das Regenwasser in den Stausee gelangt oder durch Wasservögel übertragen worden sein. Nachdem das Gewässer jedes Jahr entleert und frisch gefüllt wird, könne man davon ausgehen, dass sich der Keim nicht mehr darin befindet, heißt es von der Gesundheitsabteilung des Landes.

Herbert Szinovats, Hauptreferatsleiter bei der Gewässeraufsicht, wundert sich: „Es hat mich erstaunt, dass die Feststellung dieses Keimes so lange gedauert hat. Diesbezüglich wird es noch eine Besprechung mit der Gesundheitsbehörde geben.“

Bürgermeisterin Riki Reismüller ist überzeugt: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen, denn wir halten uns genau an die Vorgaben der Bezirkshauptmannschaft.“