"Mache meinen Job nach wie vor sehr gerne". Einige Menschen versehen nun ihren Arbeitsalltag - bis auf entsprechende Schutzmaßnahmen - wie vor der Krise. Einer davon ist der Mattersburger Post-Mitarbeiter Günter Exler, der seine Pakete nach wie vor an den Mann oder die Frau bringt.

Von Richard Vogler. Erstellt am 21. März 2020 (08:14)
Günter Exler ist einer von drei Post-Mitarbeitern, die in Mattersburg mit dem Zustelldienst von Paketen beauftragt sind.
Richard Vogler

In Zeiten der Krise einhergehend mit seinen Ausgangsbeschränkungen hat sich der Alltag für viele komplett verändert. Für einige Unternehmen läuft der Tag jedoch – bis auf Ausnahmen zum Schutz gegen den Virus – wie gewohnt ab. Eines davon ist die Post mit ihrem Zustelldienst. In Mattersburg ist Günter Exler einer von drei Mitarbeitern, der diesen durchführt. 

Grundsätzlicher Arbeitsablauf nach wie vor derselbe

Der grundsätzliche Arbeitsablauf für den 49-Jährigen ist nach wie vor derselbe wie vor Corona, auf Schutzmaßnahmen wird jedoch großen Wert gelegt. An der KEP-Basis, dem Verteilzentrum in Neudörfl, startet sein Dienst um sieben Uhr. Dort werden die Pakete in den Kleintransporter geschlichtet, um nach Mattersburg zu fahren und die Pakete an den Mann oder die Frau zu bringen.

"Für uns gelten die selben Regeln, um den Virus einzudämmen"

 „Für uns gelten dieselben Regeln, um den Virus einzudämmen. Hände waschen, den richtigen Abstand halten. Wir verrichten unsere Arbeit nun mit Einweghandschuhen, darüber haben wir ‚normale‘ Arbeitshandschuhe“, berichtet Exler. Beim Kunden wird das Paket vor die Haustür gestellt, angeläutet und drei Schritte zurückgegangen, die digitale Bestätigung am Handscanner für die Übernahme wird nun von den Postmitarbeitern selber durchgeführt. Der Verkehr auf den Straßen ist die letzten Tage merklich weniger. „Der Umfang der Zustellung an Firmen und Private ist etwas zurückgegangen. Rückt Ostern näher, wird wieder etwas mehr zu tun sein“, so Exler. Exler selbst hatte während der ersten Tage, als die Corona-Krise aufkam, doch ein mulmiges Gefühl. „Da hab ich selbst nicht so richtig gewusst, was wirklich los ist. Als die Bundesregierung die Maßnahmen bekannt gab, war einem wirklich bewusst, was Sache ist und die Ungewissheit fiel weg.“ 

"Würde nicht tauschen wollen"

Andere Berufsgruppen machen nun ihren Job mittels Home-Office. „Ich würde nicht tauschen wollen, ich mache meinen Job nach wie vor sehr gerne“, erzählt Exler, um weiter auszuführen: „Man merkt, dass die Menschen nun etwas angespannt und verunsichert sind. Ich nehme mir vor, immer mit einem Lächeln bei unseren Kunden zu erscheinen. Es tut dann einem selber gut, wenn man ein Lächeln zurückbekommt.“ Seit Anbeginn der Corona-Krise hat Exler ein anderes Verhalten der Menschen bemerkt. 

"Das Soziale rückt in den Vordergrund"

„Ich denke, das Soziale rückt in den Vordergrund. Die Leute grüßen etwa über die Straße und die Hilfsbereitschaft steigt. Sie übernehmen nach wie vor gerne Pakete für den Nachbarn und bei manchen Wohnsiedlungen hängen Zetteln mit Telefonnummern von Menschen, die ein Hilfsservice anbieten.“ Die Maßnahmen der Bundesregierung beurteilt er als „Sehr gut. Ich denke, so kann die Verbreitung sehr gut eingedämmt werden. Bis Normalität einkehrt, wird es noch einige Zeit andauern. Ich hoffe, dass die Regierung mit der wirtschaftlichen Unterstützung hält, was sie verspricht. Natürlich werden wir noch einige Zeit an den Folgen schwer zu knabbern haben.“