Ingrid Salamon: „Wohnen in einer lebenswerten Stadt“. Ingrid Salamon ist seit 20 Jahren im Amt. Im BVZ-Interview zieht sie eine Bilanz.

Von Richard Vogler. Erstellt am 27. Juni 2019 (03:17)
BVZ
Prost auf das Jubiläum. Bürgermeisterin Ingrid Salamon mit Mitarbeitern de Stadtgemeinde.

1999 hatte ÖVP-Ortschef Josef Resch sein Amt zurückgelegt. Bei der Bürgermeisterwahl am 20. Juni in diesem Jahr setzte sich die damalige SPÖ-Kandidatin Ingrid Salamon mit 51,16 Prozent durch und ist mittlerweile seit 20 Jahren im Amt.

BVZ: Können Sie sich noch an den Wahltag erinnern?
Ingrid Salamon: „Natürlich war die Anspannung groß. Ich bin dann zur ersten Bürgemeisterin Mattersburg gewählt worden, da war ich schon stolz. Nun konnte ich jene Dinge angehen, die ich schon länger umsetzen wollte.“

Worin besteht der größte Unterschied zur Arbeit als Bürgermeisterin vor 20 Jahren und heute?
Die Umstellung von der Privatwirtschaft zur Bürgermeisterin brachte einige Änderungen mit sich. In meiner neuen Funktion gab es viele Fristen und Gesetze, die es einzuhalten gab. Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte vieles zu lange. Dies hat sich im Laufe der Zeit geändert. Im Vergleich zu 1999 geht heute einiges viel schneller.

Die Umstellung von der Privatwirtschaft zur Bürgermeisterin brachte einige Änderungen mit sich

Sie sind für Ihre gute Rhetorik bekannt. Gab es hierbei Kurse, die Sie belegt haben?
Ich habe lediglich zu Beginn meiner politischen Laufbahn einen Rhetorik-Kurs belegt, sonst keinen weiteren. Bei solchen Kursen läuft man auch Gefahr, seine Identität zu verlieren. Am wichtigsten ist, dass man sich selber treu bleibt und man versucht, einfach man selbst zu sein. So kann man am besten seine eigene Meinung mit Herzblut transportieren.

Am wichtigsten ist, dass man sich selber treu bleibt und man versucht, einfach man selbst zu sein

Mittlerweile sind Sie neben Bürgermeisterin auch SPÖ-Klubobfrau. Kommt dabei das Privatleben nicht zu kurz?
Darüber braucht man nicht diskutieren, natürlich bin ich sehr eingespannt. Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran. Ich habe das Glück, dass wir ein großer Familienverbund sind. Ein großes Dankeschön gilt meinem Mann Herbert, der mir zu Hause den Rücken frei hält. Wir beide sind sehr gesellige Menschen und er ist bei vielen meiner Termine auch mit dabei.

Wie schafft man es, dass man als Politikerin nicht ausbrennt?
Ich habe es geschafft, dass ich zum Teil meine alten Strukturen beibehalten konnte. Ich besuche etwa nach Möglichkeit auch weiterhin unser Freibad. Dort wird dann über Dinge gesprochen, die nichts mit der Politik zu tun haben.

In unserem Mattersburg kann man Familie und Job sehr gut unter einen Hut bringen

Während Ihrer Amtszeit hat sich Mattersburg stark gewandelt. Auf was sind Sie besonders stolz?
Dass wir in einer lebenswerten Stadt wohnen. Wir haben viele Arbeitsplätze und achten sehr darauf, dass die Betreuung für unsere Kinder gewährleistet ist. In unserem Mattersburg kann man Familie und Job sehr gut unter einen Hut bringen.

Warum entspricht gerade die Sozialdemokratie Ihrer politischen Gesinnung?
Ich stamme aus einer SPÖ-Familie. Gerechtigkeit und Andere mitnehmen stehen bei der Sozialdemokratie ganz oben. Mit diesen Punkten kann ich mich voll und ganz identifizieren.

Sie haben bereits bekannt gegeben, dass Sie bei den nächsten Landtagswahlen nicht mehr antreten werden. Wie lange werden Sie noch Bürgemeisterin bleiben?
Im kommenden Jahr fällt der Aufgabenbereich im Eisenstädter Landhaus einmal weg, dies ist eine gewisse Erleichterung. Die Frage zu den kommenden Bürgermeisterwahlen im Jahre 2022 stellt sich aktuell noch nicht. Zum jetzigen Zeitpunkt will ich mich noch nicht festlegen.