Bezirk Mattersburg: Wut-Lenker biss zu!. Auf der S4 im bedrängte ein 23-jähriger Lenker einen anderen Autofahrer. Streit ging bei Tankstelle weiter. 2100 Euro Geldstrafe.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 19. Februar 2021 (03:45)
Der Angeklagte gab zu: „Ich war in einem Aggressionsrausch!“
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Um einen anderen Autofahrer auf die S4 auffahren zu lassen, hatte ein 38-jähriger Lenker aus dem Bezirk Mattersburg am 16. September 2020 die Fahrspur gewechselt.

Das gefiel dem 23-jährigen Angeklagten, der mit überhöhter Geschwindigkeit heranraste, gar nicht: „Ich war auf 180!“

Er setzte sich vor das Auto des 38-Jährigen und stieg in die Bremse. „Ich musste auf 30 bis 40 km/h abbremsen“, berichtete der 38-Jährige als Zeuge vor Gericht. „Das war eine Racheaktion“, begründete der Angeklagte sein Verhalten.

Radmutternschlüssel aus Fenster gehalten

Als der 38-Jährige versuchte, den unberechenbaren Lenker zu überholen, soll dieser Gas gegeben haben. „Er versuchte mich mit Lenkbewegungen in den Gegenverkehr zu drängen“, erzählte der 38-Jährige.

Außerdem habe der 23-Jährige versucht, aus dem fahrenden Auto heraus mit einem Radmutternschlüssel auf seinen Kleintransporter einzuschlagen.

„Auf Höhe Bad Sauerbrunn rief ich die Autobahnpolizei an“, berichtete der 38-Jährige.

Er fuhr bis nach Mattersburg und parkte sich bei der Jet-Tankstelle ein, um auf die Polizei zu warten.

Der Angeklagte blieb einen Meter vor ihm stehen. „Er warf mir vor, ich hätte ihn geschnitten“, sagte der 38-Jährige.

Der 23-Jährige habe ihm ins Gesicht gespuckt. „Das war der Punkt, wo ich ausstieg“, so der 38-Jährige. Es kam zu einem Handgemenge.

Der 23-Jährige holte den Radmutternschlüssel und schlug damit mehrfach auf den anderen Mann ein. Am Schluss biss er diesen sogar kräftig in den Oberarm.

„Ich musste mich danach impfen lassen“, berichtete das Opfer. Zwei Tage lang sei er im Krankenstand gewesen.

Der vorbestrafte Angeklagte wurde zu 2100 Euro Geldstrafe und vier Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.