Johanna Sebauer tritt In Vaters Fußstapfen. Die junge Autorin ist zum ersten Mal gemeinsam mit ihrem Vater Wolfgang Weisgram in einem Buch vertreten. Lesung am 1. August im Mattersburger Peacock-Pub.

Von Nina Herowitsch. Erstellt am 24. Juli 2021 (05:23)
Wolfgang Weisgram und Johanna Sebauer
Wolfgang Weisgram und Johanna Sebauer berichten im Buch „vom kommen und gehen Burgenland: Betrachtung von Zu- und Weggereisten“ von ihren Erfahrungen mit Pannonien.  Fotos: 
zVg

„vom kommen und gehen Burgenland: Betrachtung von Zu- und Weggereisten“, ist der Titel des neuen Buches, welches von Peter Menasse und Wolfgang Wagner herausgegeben wurde. Es enthält 26 Essays von Kulturschaffenden und JournalistInnen, in denen jeder einzelne von seinen Erfahrungen mit dem Burgenland berichtet. Eine der mitwirkenden Autorinnen ist Johanna Sebauer, eine 32-jährige Marzerin, die es vor einigen Jahren nach Hamburg gezogen hat.

Ursprünglich war der Umzug nur temporär geplant, für die Zeit ihres Politikwissenschaft- Studiums 2013, doch ohne fixiertem Plan für die Zukunft machte sie die Stadt zu ihrem Zuhause. Ihre ersten Erfahrungen mit literarischem Schreiben machte die junge Autorin mit Kurzgeschichten, die ihr 2014 den burgenländischen Jugendliteraturpreis einbrachten. Dies war für sie der Moment, in dem ihr klar wurde, dass sie ihre Kreativität in Form von Büchern zum Ausdruck bringen will. Momentan arbeitet die Autorin an ihrem ersten Roman, der von einer alten Frau in einem fiktiven burgenländischen Dorf handelt. Sebauer genießt das Schreiben in vollen Zügen und berichtete von dem Einfluss, den es auf ihr alltägliches Leben hat.

„Es gibt dem Leben eine gewisse Tiefe, ich nehme alles intensiver wahr“. Doch nicht alle Aspekte in der Welt der AutorInnen sind idyllisch, laut der jungen Frau ist es eine einsame Arbeit, bei der sie sich oft alleingelassen fühlt. Durch ihren Job als Pressesprecherin erlangt sie einen Ausgleich zum einsamen Schreiben, doch das Dilemma bleibt. Solange das Buch nicht fertiggestellt wurde, ist es eine Welt, die nur sie betreten kann, ohne Chancen auf Kritik. Der einzige, der Ausschnitte aus ihrem neuen Buch lesen durfte, ist ihr Vater Wolfgang Weisgram. Auch er ist Autor und arbeitet schon seit der Gründung im Jahre 1988 beim Standard. Der geborene Niederösterreicher hat schon früh das Talent seiner Tochter erkannt und unterstützt ihre Entscheidungen zur Berufswahl. Er merkt an: „Ich bin dankbar für die Gelegenheit, zusammen mit meiner Tochter an einem Buch zu arbeiten und wäre auch in Zukunft offen für gemeinsame Projekte.“

Er selbst studierte Publizistik und Theaterwissenschaft und sammelte während seiner Studienzeit Erfahrung in Lokalzeitungen. Wie seine Tochter führte er seine Leidenschaft zum literarischen Schreiben neben seinem Hauptberuf als Journalist weiter. Laut ihm ist der Roman „Im Inneren der Haut“, welcher über das Leben des Fußballers Matthias Sindelar berichtet und 2006 veröffentlicht wurde, sein bestes Werk. 2012 wurde der Roman in Deutschland auf die Shortlist zum Fußballbuch des Jahres gesetzt. Neue Werke sind im Moment noch nicht in Planung, da seine Hauptbeschäftigung als Journalist beim Standard ihn in Atem hält und keine Zeit für neue Projekte zulässt. Von Künstlerpension ist aber noch keine Rede, wir dürfen uns also auch in Zukunft auf weitere Werke des burgenländischen Autors und seiner Tochter freuen.

Am 1. August (18 Uhr:) gibt es im Peacock von Johanna Sebauer, Wolfgang Weisgram, Wolfgang Wagner und Peter Menasse eine Lesung aus dem Buch „vom kommen und gehen Burgenland: Betrachtung von Zu- und Weggereisten“.