Commerzialbank: Geld reicht wohl nur für kleine Sparer. Die Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg bedeutet für die Einlagensicherung einen neue Auszahlungsrekord, erläuterte Geschäftsführer Harald Podoschek am Freitag im Ö1-Mittagsjournal.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 07. August 2020 (13:53)
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Rund 490 Mio. Euro würden in diesem Fall von der Einlagensicherung abgesichert. Das sei mehr als achtmal so viel wie jeweils bei den vier vergangenen Bankenpleiten - AAB AG, Trigon, Diskont und Riegerbank.

Noch nie habe die aus regelmäßigen Einzahlungen der Banken finanzierte Einlagensicherung derart viel auszahlen müssen. "Wir haben bis heute nicht ganz 400 Mio. Entschädigungszahlungen an die Sparer geleistet. In etwa betrifft es 10.400 Kunden", berichtete Podoschek. Dabei geht es um Einlagen von Commerzialbank-Sparern bis zu 100.000 Euro.

Insolvenzverwalter ermittelt Schaden

Zu den rund 490 Mio. Euro dürften noch einmal etwa 200 bis 250 Mio. hinzukommen, die nicht durch die Einlagensicherung gedeckt seien. Dies ergebe insgesamt bis zu 740 Mio. Euro. Es sei nun Aufgabe des Insolvenzverwalters, den genauen Schaden zu ermitteln und noch verwertbare Vermögenswerte festzustellen, um dann das Geld an die Gläubiger auszahlen zu können.

Die Einlagensicherung erhält als bevorzugter Gläubiger als erster Geld aus der Masse. "Ob wir die 490 Mio. zurückbekommen, ist mehr als fraglich", sagte Podoschek. Die Zahlen würden noch vom Insolvenzverwalter errechnet: "Aber grundsätzlich schaut es für die anderen nicht sehr rosig aus."

"Wenn wir nicht 100 Prozent zurückbekommen, dann gehen zweifelsohne die anderen aus der Masse leer aus", erläuterte der Geschäftsführer. Dabei handelt es sich um Großgläubiger mit Einlagen über 100.000 Euro. Anlegeranwälte, die von einem Kontrollversagen sprechen, planen diesbezüglich bereits Amtshaftungsklagen gegen die Republik.

Von einer Versorgungslücke bei Bargeld im Bezirk Mattersburg berichtete der ORF Burgenland: In der Mehrzahl der neun Commerzialbank-Gemeinden gebe es nun überhaupt keinen Bankomat mehr. Zumindest in zwei Gemeinden werde bereits über die Versorgung mit neuen Geldautomaten verhandelt.