Corona-Fälle in Altersheimen: „Psychische Belastung“. 38 Bewohner und 12 Angestellte in der Villa Martini, 24 Bewohner und zehn Mitarbeiter in Draßburg positiv.

Von Richard Vogler und Helga Ostermayer. Erstellt am 11. Dezember 2020 (04:17)
Nun hat es auch einige Mitarbeiter und Bewohner der Villa Martini erwischt.
Richard Vogler

Die Pflegeheime im Bezirk Mattersburg blieben längere Zeit vor einer Corona-Welle verschont, vor kurzem war es so weit: In der Mattersburger Villa Martini wurden bei 50 Personen – darunter 38 Bewohner und 12 Angestellte – diagnostiziert. Im Pflegekompetenzzentrum Draßburg wurden 34 Covid-Fälle (24 Bewohner und zehn Mitarbeiter) bekannt. In einer Aussendung des Landesmedienservice wird folgende festgehalten:

In den Pflegeheimen wurden nach dem Auftreten der ersten Infektionsfälle das komplette Personal sowie alle BewohnerInnen getestet. Die Gesundheitsbehörde und die Betreiber der Einrichtung haben umgehend sämtliche erforderlichen Maßnahmen ergriffen. Die infizierten BewohnerInnen wurden isoliert untergebracht. Der Betrieb beider Pflegeheime kann aufrechterhalten werden. Es gelten Besuchssperren. Alle MitarbeiterInnen müssen täglich vor Dienstantritt einen Antigen-Schnelltest machen. Außerdem trägt das Personal bei der Arbeit Schutzausrüstung, um einen optimalen Schutz der BewohnerInnen sowie des Personals aller Einrichtungen zu gewährleisten.

In der Villa Martini gibt es 34 Personen, die für den Pflegebereich zuständig sind. „Sechs oder sieben Corona-Infizierte betreffen den Pflegebereich, der Rest teilt sich auf die Küche und die Renigungskräfte auf“, berichtet Villa Martini-Geschäftsführer Karl Aufner. Die positiven und negativ getesteten Bewohner wurden in getrennte Bereiche untergebracht. „Die Corona-infizierten Personen dürfen ihre Zimmer nicht verlassen, dies ist in dieser Situation nicht anders möglich für die Bewohner. Für unsere betroffene Bewohner ist es eine große psychische Belastung.“ Ob bei einem Wegfall dieser Anzahl des Pflegepersonals auch die notwendige Betreuung gewährleistet ist?

„Ja, unser Personal ist äußerst gut geschult. Wir haben auch den Dienstplan geändert. Es gibt ein ‚Zwölf Stunden-Radl‘, in der Nacht wird somit weniger Personal benötigt.“ Pflegeheimleiterin Anna Maria Matzka, vom Pflegekompetenzzentrum Draßburg, berichtet: „Wir haben 32 Bewohner und 25 Angestellte. Bei uns läuft trotz des Clusters mit unserem Präventionskonzept alles normal. Unser negativ getestetes Personal ist da, und arbeitet mit Schutzanzügen. Die genauen Infektionszahlen bei uns kann ich im Moment nicht sagen, denn wir haben am 7. Dezember die letzte PCR-Testung gemacht und davon sind noch nicht alle Auswertungen vorhanden.“

Die Leiterin möchte dem Personal ein großes Kompliment aussprechen: „Der Zusammenhalt bei uns ist sehr gut. Wir haben die Dienstzeiten des negativ getesteten Personals für die Aufrechterhaltung des Betriebes geändert und so geht es schon.“ Auch für Bürgermeister Christoph Haider stellt der Corona-Cluster im Pflegekompetenzzentrum kein Problem da: „Das Pflegekompetenzzentrum befindet sich am Ortsrand, somit gibt es für die Ortsbevölkerung kein Ansteckungsrisiko.“