„Mein Laden“: Giefing folgt auf Posch-Gruska. Gründerin Inge Posch-Gruska wird ihr Obfrau-Amt zurücklegen. Neuer Vorsitzender wird Martin Giefing sein.

Von Richard Vogler. Erstellt am 02. April 2021 (04:43)

Beim Sozialbeschäftigungsprojekt steht eine Änderung in der Führungsetage am Plan: Gründerin Inge Posch-Gruska gibt ihr Obfrau-Amt ab, Nachfolger wird Martin Giefing sein.

Vom Vorstand gibt es diesbezüglich einen einstimmigen Beschluss. Am 7. April hätte die Generalversammlung über die Bühne gehen sollen. Aufgrund der Corona-Situation wurde diese jedoch verschoben und soll so schnell als möglich nachgeholt werden. Entstanden ist „Mein Laden“ aus einer privaten Situation von Posch-Gruska. „Wir mussten drei Haushalte zusammenlegen. Meine Mutter war gestorben und mein jetziger Ehemann und ich standen vor dem Zusammenziehen. Wir haben darüber diskutiert, welcher der drei Toaster der schönere ist oder welchen wir brauchen. Es stand zur Diskussion, die anderen beiden wegzuschmeißen. Ich dachte mir, das kann nicht sein und wollte ein Projekt auf die Beine stellen, wo jene, die etwas zuviel haben hergeben und jene, die zu wenig haben, sich was holen können.“

Im Jahr 2009 eröffnet

Die Mühlen begannen zu mahlen, als Projektpartner und Sponsor fungiert seitdem das AMS und auch vom Land Burgenland gibt es finanzielle Unterstützung. „Natürlich müssen wir auch selber wirtschaftliche Ziele erreichen und eine bestimmte Quote von Personen, die wieder einen Job finden, vorweisen.“ Am 25. September 2009 erfolgte dann die offizielle Eröffnung von „Mein Laden“, wo es Second Hand-Produkte gibt und langzeitarbeitslosen Menschen die Möglichkeit geboten wird, im Job wieder Fuß zu fassen.

Ob eine gewisse Wehmut mitschwingt, wenn sie an die Obmann-Übergabe denkt? „Klar bin ich etwas traurig. Ich freue mich jedoch sehr, dass Martin dieses Amt übernimmt. Er ist ein sehr sozialer Mensch, der unsere Idee weiterverfolgen wird. Auch bei ihm stehen die Leute im Mittelpunkt.

Martin Giefing ist in Neudörfl wohnhaft, 30 Jahre alt und Bundesgeschäftsführer vom Sozialdemokratischen Gemeindevertreterverband und seit 2018 Stellvertreter von Posch-Gruska. „Bereits vor einem Jahr hat Inge Kontakt mit mir aufgenommen, ob ich nicht das Obmann-Amt übernehmen will. Zunächst war ich noch sehr zögerlich. Vor eineinhalb Monaten sind Inge und Geschäftsführer Christoph Haider noch einmal an mich herangetreten. Ich habe es eigentlich gar nicht mehr am Schirm gehabt, dann habe ich noch einmal nachgedacht und mich dafür entschieden. Man sollte der Gesellschaft was zurückzugeben. Ich habe mich sehr gefreut darüber“, so Giefing, für den „Mein Laden“ ein Projekt ist, bei „dem man Menschen wieder Perspektiven geben kann. Vor allem in Zeiten wie diesen mit enorm hoher Arbeitslosigkeit eine ganz wichtige Sache.“

Giefing mit neuen Plänen

Giefing hat auch bereits Pläne parat. „Wir wollen hervorkehren, dass der Laden ein Geschäft ist, wo der Re-Use Gedanke zum Tragen kommt. Es ist keine Schande, wenn man etwas kauft, das jemand schon getragen hat oder in der Küche benutzt hat. Wir wollen weg von der Wegwerf-Gesellschaft.“

Wie dies umgesetzt werden soll? „Wir wollen mit den Gemeinden noch intensiver in Kontakt treten. Der Vorstand wird verjüngt, ich denke dass wir dadurch in den eigenen Gemeinden durch Mundpropaganda noch mehr bewirken können und Kooperationen mit Schulen sind ebenso angedacht.“ Der scheidenden Obfrau möchte Giefing „höchsten Respekt und Hochachtung sowie ein großes Dankeschön für das Projekt aussprechen.“

Für „Mein Laden“-Geschäftsführer Christoph Haider ist Inge Posch-Gruska eine „super Chefin. Es tut sehr weh, dass sie aufhört, ich möchte mich bei ihr bedanken. Mit Martin Giefing haben wir die beste Alternative gefunden, er bringt schon jetzt viele neue Ideen und Inputs ein.“