Musikalisches „Lebenszeichen“ der Stadtkapelle. Am 16. Oktober 2020 fand die letzte Gesamtprobe statt. Nun dürfen die Jungmusiker der Mattersburger Stadtkapelle nach der Corona-Zwangspause endlich wieder proben.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 15. Mai 2021 (04:34)
Bei den Proben. Während Kapellmeister Robert Pöpperl den Takt vorgibt, spielen Seline Pfister, Julian Bauer, Matthias Szlavich, Michael Tschach (v.l.) auf.
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„Am 16. Oktober 2020 hat die letzte Gesamtprobe der Stadtkapelle stattgefunden. Danach war es laut COVID-Verordnungen untersagt gemeinsam zu musizieren“, erklärt Kapellmeister Robert Pöpperl den tristen Schwebezustand, in dem sich die Blasmusik wegen der Pandemie befindet. „Parallel zu den ersten Lockerungen im Jugendbereich bei Sportvereinen wurden jetzt aber auch wieder Proben von Jungmusikern erlaubt. Alle Youngsters der Stadtkapelle, die noch nicht 18 Jahre alt sind, dürfen endlich wieder proben. Dabei darf jedoch eine Gruppengröße von 10 Musikern nicht überschritten werden. Zwei Betreuer ohne Alterslimit sind davon ausgenommen und dürfen die Probe leiten. Wir haben vor drei Wochen begonnen. Die Freude und der Eifer der jungen Künstler war grenzenlos!“

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Die Stadtkapelle Mattersburg ist in der glücklichen Lage über genügend Musiker im U18-Alterssegment zu verfügen. „Wir sind offensichtlich die einzige Kapelle im Bezirk, die die aktuelle Proben-Verordnung nutzt. Viele meiner Kapellmeisterkollegen haben gesagt, dass sie zu wenige Jungmusiker haben und es sich einfach nicht auszahlt in Mini-Besetzungen zu spielen. In Mattersburg haben wir sogar das Luxusproblem eines Überangebots an Jugendlichen und entwickelten deshalb einen Besetzungs-Turnus für die Proben. So kommen in einem 3-Wochen-Rad alle 12 Jungmusiker dran“, sprüht Pöpperl vor Tatendrang.

Musikalisches Programm angepasst

Das musikalische Programm in den Proben hat der Kapellmeister an die Jugend angepasst. „Wir können in dieser Besetzung keine traditionelle Blasmusik oder orchestrale Konzertstücke spielen. Deshalb habe ich einen modernen Zugang gewählt und zum Beispiel „Hey Jude“ und Jazz-Standards ausgeteilt, die wir in den nächsten Wochen erarbeiten werden. Vielleicht findet diese musikalische Neuausrichtung danach auch Eingang in das Programm der Stadtkapelle, wenn die Erwachsenen wieder proben dürfen.“

Sehr gut aufbereitete Hilfestellungen

Obmann Michael Lichtenwörther hat das Präventions- und Sicherheitskonzept für die Proben ausgearbeitet. „Vom Blasmusikverband gab es dafür sehr gut aufbereitete Hilfestellungen und Vorlagen. Außerdem wurde ein Online-Kurs für die Ausbildung zum COVID-Beauftragten organisiert, den ich besucht habe. Unser Kapellmeister hat diesen Kurs schon in der Musikschule absolviert. Mit unserem riesigen Probesaal im Musikheim haben wir die besten räumlichen Voraussetzungen für Proben mit Sicherheitsabstand. Die Lüftung funktioniert über die Flügeltüren bestens. Wir könnten sogar mit größeren Gruppen als zu zehnt indoor proben und dabei die Abstandsregeln leicht einhalten.“

Der 16-jährige Tenorhorn-Spieler Bastian Berenda ist überglücklich, dass endlich wieder Proben stattfinden. „Meine beiden Hobbies, Blasmusik und Judo, konnte ich lange Zeit nicht ausüben. Ich freue mich sehr, dass mit der Freitag-Probe jetzt zumindest ein Fixpunkt aus der alten Normalität wieder zurückgekehrt ist. Es ist einfach schön, meine Musikfreunde wieder regelmäßig und in natura zu treffen. Ich hoffe, dass auch bald Judo wieder möglich ist.“