Caritas-Einsatz im Kongo. Caritas-Mitarbeiterin Julia Widlhofer besuchte ein Hilfsprojekt am schwarzen Kontinent und nahm von dort viele Eindrücke mit.

Von Helga Ostermayer. Erstellt am 13. Juli 2019 (03:15)
Im Caritas-Gesundheitszentrum. JuliaWidlhofer mit dem kleinenDidae und seiner Mama.
zVg

Julia Widlhofer ist 27 Jahre alt, in Wiesen geboren und wohnt derzeit in Mattersburg. Seit mittlerweile sechs Jahren ist sie bei der Caritas Burgenland in der Kommunikationsabteilung tätig. „Ich habe während meines Studiums an der Fachhochschule Burgenland ‚Information, Medien und Kommunikation‘ als Praktikantin begonnen und die Arbeit hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich geblieben bin. Dass ich einen Job mit Sinn habe, motiviert mich persönlich sehr in meiner täglichen Arbeit“, sagt sie.

Vor Kurzem trat sie eine Reise zu einem Caritas-Hilfsprojekt in der Republik Kongo (Afrika) an, weil es ihr ein persönliches Anliegen war, die Projekte persönlich vor Ort zu besuchen.

„Meine Reise dorthin war meine zweite Afrika Reise. Ich habe sehr viele bedrückende Geschichten gesammelt, aber auch viele schöne Momente erlebt. Nach Hause gekommen bin ich mit vielen persönlichen Schicksalen im Gepäck, die mich schon sehr betroffen gemacht haben und immer noch machen“, berichtet Widlhofer.

„Meine Reise dorthin war meine zweite Afrika Reise. Ich habe sehr viele bedrückende Geschichten gesammelt, aber auch viele schöne Momente erlebt"

Zum Beispiel lernte sie die junge, alleinerziehende Mama Luaba im Caritas Gesundheitszentrum im Armenviertel der Zwölf-Millionen-Einwohner-Hauptstadt Kinshasa kennen. Dort bekommen Mütter und ihre unterernährten Babys Hilfe. Ihr Sohn Didae wog bei der Untersuchung mit neun Monaten gerade mal so viel wie ein Neugeborenes, nämlich nur drei Kilogramm. Die Schwestern im Caritas Gesundheitszentrum haben ihn aufgrund seiner akuten Unterernährung sofort stationär aufgenommen und ihn langsam wieder aufgepäppelt.

„Als ich den kleinen Didae so bei seiner Mama im Schoß sah, hatte ich ständig meine Nichte vor Augen, die damals fast im selben Alter war, aber dreimal so viel wog, viel größer und auch viel aktiver als der Kleine war. Es war für mich einfach unvorstellbar wie so etwas möglich ist. Umso schöner war es dann für mich zu sehen, dass Babys wie Didae im Caritas Zentrum, dank der burgenländischen Spenden Hilfe bekommen, nicht mehr hungern müssen und langsam wieder aufgepäppelt werden“, so Julia Widlhofer und fährt fort: „Man kann sich die Armut im Kongo gar nicht vorstellen, wenn man aus so einem reichen Land wie Österreich kommt. Die Kinder in den abgelegenen Dörfern wachsen ohne Strom, ohne Trinkwasser, meist auch ohne Schulbildung auf. Sie überleben von dem, was ihre Eltern selbst am Feld anbauen können. Schon ein einziger Ernteausfall lässt die ganze Familie hungern“, weiß sie zu berichten.

„Dank der landwirtschaftlichen Projekte der Caritas bekommen diese Familien Saatgut, Werkzeuge und Tiere wie Ziegen oder Hühner geschenkt sowie dringend notwendige landwirtschaftliche Schulungen. Wir haben auch die Ziegen aus den Caritas Schenken-mit-Sinn-Projekten besucht. Eine einzige Ziege sichert schon das Überleben einer ganzen Familie. Zu sehen, wie die Hilfe vor Ort ankommt und die Menschen glücklich macht, war mein persönliches Highlight dieser Reise“, erzählt die junge Wieserin, die sehr dankbar ist, dass sie die Chance bekommen hat, nach Afrika zu reisen. „Ich reise generell sehr gerne und solche Einblicke zu bekommen war einfach toll“, schwärmt sie.