Pucher: Alles an Vermögen wird verwertet. Die Staatsanwaltschaft hat das Hirmer Haus von Ex-Commerzialbank-Chef Martin Pucher beschlagnahmt. Der Masseverwalter arbeitet derzeit die Vermögenswerte auf.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 10. September 2020 (05:08)
Privatkonkurs und verwilderte Grundstücke. Der Bilanzskandal rund um Martin Pucher hinterlässt auch eine Baulücke in Mattersburg.Ivansich
Vogler,

Der frühere Commerzialbank-Chef Martin Pucher ist derzeit arbeitslos gemeldet und hat zuletzt um seine Alterspension angesucht.

BVZ

Während Pucher, wie berichtet, Privatkonkurs mit Schulden in Höhe von 65 Millionen Euro angemeldet hat, wurde nun auch sein Privathaus in Hirm und das 1.000 Quadratmeter große Grundstück in Hirm – genauer die jeweiligen Hälfte-Anteile – von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Der Gesamtwert wird auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die andere Hälfte gehört Puchers Frau. Mit der Beschlagnahme kann Pucher seinen Anteil nicht verkaufen, belasten verpfänden beziehungsweise seiner Frau schenken.

Als Masseverwalter der Commerzialbank macht die Rechtsanwaltskanzlei Kosch & Partner insgesamt 34,06 Millionen Euro an Forderungen geltend. Ebenfalls gerichtlich beschlagnahmt wurden zuletzt auch Bankguthaben, Wertpapiere und Uhren. Weitere verwertbare Vermögenswerte fließen ebenfalls ins Konkursverfahren.

Dabei geht es auch um den prominenten Stadt-Grund in Mattersburg, auf dem das neue „Impulszentrum“ mit Commerzialbank-Zentrale, Rathaus und Wohnungen errichtet werden sollte.

Die Pläne hat man noch nicht ganz verworfen, wobei aber noch geklärt werden muss, was mit jenen Grundstücksteilen passiert, die der Commerzialbank gehörten. Interessenten soll es bereits geben. Die Stadt Mattersburg will, wie berichtet, ebenfalls einen Teil des Grundstücks erwerben.