Dorffest ist auf Schiene. Die Vorbereitungen zum großen Fest im September wurden bereits aufgenommen. Vereine und Gastronomen wurden gebeten, ihre Bedarfsmeldung bekannt zu geben.

Von Christian Artner. Erstellt am 11. Juli 2021 (04:57)
440_0008_8121332_mat27ca_dorffest.jpg
Das Kirtagbaumaufstellen des Burschenvereins Neudörfl gehört zum Fixpunkt des Dorffestes.
BVZ

Die Briefe sind also raus – womit auch gleichzeitig der offizielle Startschuss für das Dorffest 2021 gegeben wurde. Das große Fest soll nämlich, nachdem es im vorigen Jahr zum ersten Mal seit der Premiere 1991 abgesagt werden musste, zum gewohnten Termin am zweiten Septemberwochenende stattfinden. So lautet jedenfalls der Plan. „In den Briefen an die Gastronomen und Vereine habe ich bekannt gegeben, dass am 21. Juli eine Sitzung zum Dorffest stattfinden wird“, berichtet Bürgermeister Dieter Posch. „Alle potentiellen Teilnehmer wurden aber jetzt schon gebeten, ihre Programmpunkte, die sie darbieten wollen, zu melden genauso wie ihren Strombedarf und alles Weitere, was sie benötigen. Dadurch wissen alle Beteiligten: Es wird ein Fest geben.“

Natürlich sei diese Aussage zunächst noch mit Vorsicht zu behandeln, das weiß auch der Bürgermeister: „Wenn sich die Situation ändert, kann es sein, dass wir es absagen müssen. Aber es ist jetzt quasi auf Schiene.“ Ob das Dorffest dieses Jahr kleiner ausfallen wird, hängt letztendlich einerseits von den zu diesem Zeitpunkt geltenden Corona-Regeln ab, andererseits davon, wie viele der Vereine und Gastronomen auch tatsächlich mitmachen. Dass es aber von der einen oder anderen Seite eine Absagen geben könnte, sei bei Bürgermeister Posch noch nicht durchgesickert. Eher ist das Gegenteil der Fall: „Ich wurde immer wieder darauf angesprochen, wie es heuer denn ausschauen würde.“

Für die meisten Neudörfler Vereine wäre das heurige Dorffest erstmals nach langer Abwesenheit in der öffentlichen Wahrnehmung eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Schon 2020 hätte das Dorffest einen kleinen Aufbruch innerhalb der Pandemie einläuten sollen. Die schnelle Verbreitung des Virus verhinderte dies allerdings. Auch damals wurde eine Versammlung einberufen. „Wir haben bewusst eingeladen und gesagt, wenn es möglich ist, werden wir es machen. Es sollte ein Signal an die Vereine sein: Hört nicht mit euren Aktivitäten auf. Somit haben wir mit der fiktiven Vorbereitung des vorjährigen Dorffestes es zumindest geschafft, dass sich alle Vereinsobleute mit ihren engsten Vertrauten etwas überlegen.“

Erstmals ohne Wegwerfgeschirr

Für die Vereine aus Neudörfl ist das Dorffest, abgesehen von ihren jeweils eigenen Bällen oder sonstigen Festen, die wichtigste Einnahmequelle im Jahr. Daran ändert auch die Standgebühr von 165 Euro nichts, die an die Gemeinde, welche die Infrastruktur zur Verfügung stellt, entrichtet wird. Eine Notwendigkeit, diese Gebühr auszusetzen oder zu verringern, sieht der Bürgermeister nicht: „Wenn das Dorffest stattfindet, wird, so die Erfahrung, ein Vielfaches dieses Betrags eingenommen, und das auch bei Schlechtwetter.“

Neben etwaigen Maßnahmen wie Masken- oder Registrierpflicht – „wir halten uns an das, was zu diesem Zeitpunkt rechtlich gültig sein wird“, so Posch – wird es heuer auch eine Neuerung geben, die gar nichts mit Corona zu tun hat. Zum ersten Mal wird es nämlich kein Wegwerfgeschirr mehr geben. „Daswollten wir bereits im Vorjahr umsetzen. Heuer soll es dann endlich so weit sein.“

Enstanden ist das Dorffest Anfang der 1990er Jahre unter dem damaligen Bürgermeister Ernst Götz (Amtszeit 1985 bis 1997). Ausgangspunkt war – mehr oder weniger – der Ausbau des Teilstücks der S4 zwischen Bad Sauerbrunn und Wr. Neustadt, die im Oktober 1986 fertig gestellt wurde. „Im Zuge dessen wurde uns auch angeboten, die komplette Hauptstraße neu zu gestalten“, erinnert sich Posch, damals Vizebürgermeister. In einer Volksbefragung stimmte die große Mehrheit der Neudörfler für das Projekt, dessen Umsetzung sich allerdings in die Länge zog. „Dadurch ist die Stimmung in der Bevölkerung schön langsam ins Negative gekippt. Ernst Götz hat dann gesagt, wenn alles fertig ist, machen wir ein große Feier und hat dieses Teilstück der jetzigen Hauptstraße zur Festmeile erklärt. Es war eine Art Versöhnung für die einjährige Baustellenblockade.“