Sind Sammelstellen überfüllt?. Es sei nicht nur ein Neudörfler Problem, dass Container für Altglas und Metall häufig überfüllt sind. Störend ist es trotzdem finden manche Bewohner der Gemeinde.

Von Christian Artner. Erstellt am 18. Juli 2021 (05:52)

Die BVZ wurde vor Kurzem auf ein wiederkehrendes Problem in der Gemeinde Neudörfl aufmerksam gemacht: „Die Container beim Müllsammelplatz in der Pöttschinger Straße gehen jede Woche über und über. Die Leute wissen nicht mehr, wo sie die Flaschen oder das Metall hinschmeißen sollen und stellen ihren Müll dann natürlich daneben hin. Das ist schon seit Jahren so.“ Der Gemeinde sei es bekannt, es würde aber nichts dagegen unternommen werden.

Bürgermeister Dieter Posch ist die Sachlage durchaus bekannt. „Wir haben etliche dieser Sammelstellen, zum Beispiel in der Siedlergasse, der Kranawettgasse, eine vor dem Bauhof oder der Semmelweißgasse oder jene in der Pöttschinger Straße. Normalerweise sollte es so funktionieren, dass, wenn die Container an der einen Sammelstelle voll sind, man zur nächsten fährt und nicht einfach alles daneben hinstellt.“ Es gäbe durchaus ein paar Sammelstellen, die ständig übergehen, gesteht Dieter Posch ein, „aber auch welche, die, wenn man dort hinfährt, halb leer sind.“ Das sei die zunächst einfachste und schnellste Lösung. „Aber dann muss man manchmal eben ein Stück weiter fahren“, weil, so meint Posch, die meisten sowieso ihr Altglas nicht zu Fuß entsorgen würden.

Baulich lasse sich das Problem schwer lösen

Normalerweise sollte es so funktionieren, dass, wenn die Container an der einen Sammelstelle voll sind, man zur nächsten fährt und nicht einfach alles daneben hinstellt“, sagt Bürgermeister Dieter Posch.

Welche weiteren Lösungen sind denkbar? Erwähnt wurde, dass es zum Beispiel sinnvoll sein könnte, die Frequenzen, in denen die Container ausgeleert werden, zu erhöhen oder überhaupt mehr Container aufzustellen. Grundsätzlich ist der Burgenländische Müllverband (BMV) für die Entsorgung zuständig. Er bestimmt auch die Regelmäßigkeit, in der die Container geleert werden. Bürgermeister Posch gibt bekannt, dass er sich – ungeachtet seines ersten Lösungsvorschlages – darum bemühen werde, enger getacktete Frequenzen für die Entsorgung zu bekommen und außerdem prüfen zu lassen, ob und inwiefern es möglich ist, neue Sammelstellen zu errichten oder bestehende Sammelstellen mit mehr Containern auszustatten. Gerade in der angesprochenen Pöttschinger Straße stelle das allerdings ein Problem dar, „weil es dort baulich ein wenig eingeengt ist.“

Auch die Grüne Gemeinderätin und Gemeindebedienstete Sabine Schügerl sieht es ähnlich wie Bürgermeister Dieter Posch. „Es gibt in Neudörfl sieben Müllinseln, die unterschiedlich stark frequentiert werden. Bei manchen Sammelstellen quellen die Behälter einen Tag nach Entleerung wieder über, andere Container werden dagegen kaum voll.“ Mehr Container bräuchte es deshalb ihrer Meinung nach nicht notwendigerweise. Dass die Flaschen aber einfach einzeln vor die Container hingestellt werden findet Schügerl auch nicht gut. „Ich verstehe nicht, warum keine andere Müllinsel aufgesucht wird. Ich selbst habe schon öfter mein Altglas wieder nach Hause getragen, weil die Container voll waren.“ Auch sie sieht eine Verantwortung jedes einzelnen, die Sammelstellen einigermaßen in Ordnung zu halten, betont aber auch, dass das Problem teilweise „importiert“ wird. „Ich habe schon öfter Autofahrer aus anderen Bezirken beobachtet, die ihre Dosen und Altgläser offenbar beim Durchfahren entsorgt haben und damit ein Mehr an Müll in Neudörfl verursachen.“

Prinzipiell würde sich Schügerl als Grüne-Politikerin natürlich mehr Achtsamkeit im Umgang mit Müll und bei der Vermeidung von Müll wünschen. „Leider wird in Neudörfl auch immer wieder größerer oder kleinerer Abfall in die Landschaft geschmissen. Es gibt dann zum Glück einige engagierte Neudörflerinnen und Neudörfler, die den Dreck anderer Leute beim Hundespaziergang aufsammeln.“ Das Müllproblem beginne ihrer Meinung nach aber bereits früher, im Supermarkt. „Wenn man darauf achtet, möglichst wenig verpackte Lebensmittel zu kaufen, fällt auch weniger Müll an. Das ist aber oftmals gar nicht so einfach und sehr herausfordernd, weil vieles auch überverpackt wird, zum Beispiel Gurken in Plastik.“

Jeder einzelne trage Verantwortung

Letztendlich seien aber alle dafür verantwortlich, wie es an den Wegrändern der Gemeinde und auch speziell an den einzelnen Müllsammelplätzen aussehe.