Trinkwasserversorgung muss in öffentlicher Hand bleiben. Wasserverorgung darf nicht privatisiert werden: Davon ist der Neudörfler Gemeinderat überzeugt, der diesbezüglich eine Resolution beschloss.

Von Christian Artner. Erstellt am 21. Juli 2019 (03:57)
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Symbolbild

Wasser ist Quell des Lebens. Ohne Wasser könnten die meisten Lebewesen unserer Erde nicht existieren. Für uns ist es mittlerweile selbstverständlich, dass klares Wasser aus den Leitungen und Hähnen der Wohnungen fließt. Doch nicht überall ist das der Fall: Weltweit haben zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu reinem Wasser, schätzt die UN.

Gleichzeitig wird Wasser neben seiner Funktion als Lebensspender auch von manchen als Gold der Zukunft bezeichnet. Für viele Großkonzerne stellt es ein potentielles Geschäftsmodell dar, mit dem viel Geld verdient werden kann. Privatunternehmen sind deshalb weltweit daran interessiert, Konzessionen zur Trinkwasserversorgung zu erwerben.

Gemeinde Neudörfl
Bürgermeister Dieter Posch: „Wasser hat keine politische Farbe.“

„Die Bezeichnung Gold der Zukunft gefällt mir aber gar nicht, weil dabei auch immer mitschwingt, dass es nur wenige besitzen“, sagt Dieter Posch, Bürgermeister von Neudörfl, der zugleich beim Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland zweiter Obmannstellvertreter ist. Um Unterstützung zu signalisieren, dass eine flächendeckende Wasserversorgung durch die öffentliche Hand aufrecht erhalten bleiben soll, wurde im Gemeinderat Neudörfl in der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig eine Resolution beschlossen, in der die österreichische Bundesregierung dazu angehalten wurde, eine zukünftige Wasserprivatisierung zu erschweren und die Forderung artikuliert, „eines unserer kostbarsten Güter“ nicht zum Spielball privater Interessen zu machen. Damit unterstützte der Neudörfler Gemeinderat einen Antrag der Bundes-SPÖ, die Versorgung mit Wasser durch die öffentliche Hand verfassungsrechtlich zu verankern.

„Die Bezeichnung Gold der Zukunft gefällt mir aber gar nicht, weil dabei auch immer mitschwingt, dass es nur wenige besitzen“

„Wir wissen sehr wohl, dass es die Bundesregierung nicht kratzt, wenn der Gemeinderat von Neudörfl eine solche Resolution beschließt. Aber wenn es mehrere machen, hat das sehr wohl eine Breitenwirkung und kann einen gewissen Druck auf die Parlamentarier ausüben.“ Was Dieter Posch an diesem Gemeinderatsbeschluss ganz besonders freut, ist, dass er die Unterstützung aller Neudörfler Parteien erhalten hat. „Wir haben einen sehr bunten Gemeinderat mit fünf verschiedenen Parteien. Wir müssen alle miteinander aktiv werden, denn Wasser hat keine politische Farbe.“

Neudörfl ist Teil des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland. In den Bezirken Mattersburg, Eisenstadt und Neusiedl gibt es rund 63.000 Hausanschlüsse, 170.000 Menschen werden dadurch mit Wasser aus 2.900 km Leitungsnetz versorgt, berichtet Posch.