Ungewöhnliche Anfrage: Ein Mausoleum für den Friedhof?. In Neudörfl erkundigte sich ein Bürger, ob er am Friedhof ein Mausoleum bauen darf.

Von Christian Artner. Erstellt am 13. April 2019 (04:27)
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Mausoleum: ein monumentales Grabmal in Gebäudeform.

Michael Jackson, Bob Marley, Papst Johannes XXIII. Ihnen ist gemeinsam, dass sie ihre letzte Ruhestätte in einem Mausoleum gefunden haben: einem monumentalen Grabmal in Gebäudeform.

Größere Bekanntheit, aufgrund ihrer groteskeren Ausprägung, als die Mausoleen der drei genannten, genießen wohl jene Grabstätten, in denen skrupellose Menschheitsverbrecher der Geschichte – um die schon zu Lebzeiten ein absurder Personenkult sich rankte, wie etwa um den chinesischen Diktator Mao-Tse-Tung –, mumifiziert und konserviert in Glassärgen für Touristen zur Schau gestellt werden. Wer sich für solche Grabstätten interessiert, muss allerdings gar nicht in das weit entfernte Reich der Mitte, in den Vatikan oder nach Amerika reisen, auch in Eisenstadt befindet sich ein bekanntes derartiges Gebäude: das Haydn-Mausoleum.

„Nicht gewusst, was wir mit Anfrage tun sollen“

Ganz so pompös und prunkvoll wie einige der berühmten Beispiele ausfallen, dürfte es sich ein Bürger aus Neudörfl dann wahrscheinlich doch nicht vorgestellt haben, als er vor Kurzem eine Anfrage an die Gemeinde gestellt hat, ob er auf seinem gepachteten Grabplatz auf dem Neudörfler Friedhof ein Mausoleum bauen darf. „Am Anfang haben wir im Gemeinderat ehrlich gesagt gar nicht gewusst, was wir mit dieser Anfrage machen sollen.

Im Burgenland gibt es meines Wissens nur noch eine einzige kleinere Ortschaft, die so ein Gebäude hat“, berichtet Gemeindevorstand Robert Peterlik (FPÖ), der sich als gelernter Baumeister mit dem Thema befasst hat. Gemeindevorstand Martin Giefing (SPÖ) dazu: „Wir hatten noch nie eine Anfrage betreffend eines Mausoleums und den damit verbundenen Fragen, sprich der Kosten und Gebühren oder was mit dem Mausoleum passiert, sollte es einmal keine Nachfahren mehr geben, die sich darum kümmern.“

Diese Fragen wurden nun im Friedhofsausschuss der Gemeinde erörtert, genauso wie der Standort geklärt werden musste, auf dem der Neudörfler eventuell sein bauliches Vorhaben umsetzen wird. Dies wird allerdings nicht auf der Grabstelle passieren, die die Person ursprünglich gepachtet hat, da sie sehr zentral am Friedhof liegt. „Im Friedhofsausschuss wurde die Empfehlung abgegeben, dass ein solcher Bau grundsätzlich zwar zulässig ist, allerdings nicht in der Mitte des Friedhofes, sondern auf einer gesonderten Stelle, sodass die Harmonie des Friedhofbildes nicht beeinträchtigt wird“, sagt Giefing.

Ob und wann die Person ihr Mausoleum errichten wird, ist noch nicht bekannt. Sie wurde aber über die anfallenden Friedhofgebühren, die ein solches Gebäude mit sich bringt, bereits informiert.