Urlaub mit dem Traktor. Durch Dörfer und auf Landstraßen fuhren fünf Freunde mit ihrem Traktor bis in den Norden Deutschlands.

Von Christian Artner. Erstellt am 11. August 2019 (04:56)
zVg
Heinz Listmayr,Günter Turcsi, Josef Zierl, Helmut Koiner und Klaus Köckenbauer.

Zweitausendzweihundertzwanzig Kilometer legte Klaus Köckenbauer mit seinem Traktor, Modell Steyr, Baujahr 1958 zurück. Mit diesem Gefährt machte er sich gemeinsam mit vier Freunden auf nach Philadelphia. Wer schon immer den Wunsch hatte, in die amerikanische Großstadt zu reisen und von dort gleich weiter in das nahe gelegene New York und sich nun denkt, zweitausend Kilometer wären fast ein Katzensprung, den klärt der Neudörfler auf: „Unser Philadelphia liegt in der Nähe von Berlin.“

"Neudörfl fährt mit dem Traktor nach Philadelphia“

Die Idee dieser Reise entstand vor etwa einem Jahr, als er bei einem internationalen Traktortreffen in Tirol Traktorbegeisterte aus Berlin und Leipzig kennenlernte, mit denen er sich auf Anhieb hervorragend verstand. Heuer feierte ihr Verein sein zehnjähriges Jubiläum. „So entstand die Geschichte: Neudörfl fährt mit dem Traktor nach Philadelphia“, liefert Köckenbauer auch eine passende Schlagzeile.

Einen Zwischenstopp auf ihrer Route legten die fünf Freunde (einer davon fuhr im PKW – „für allfällige Eventualitäten“, die sich auf einen herausgebrochenen Rückspiegel beschränkten) in Axien, in der Nähe von Leipzig ein, wo ein Oldtimertreffen mit über 1.000 Traktoren stattfand. „So etwas hat man in Österreich noch nicht gesehen. Allein 80 Lanz Bulldog auf einem Platz. Das waren schon sehr imposante Bilder.“

„Der erste Tag war interessant und aufregend, am zweiten Tag kam ein kleiner Einbruch und man fragt sich, warum macht man das eigentlich"

Insgesamt war Köckenbauer, der sich seit seinem 15. Lebensjahr für Traktore begeistert, siebzehn Tage unterwegs. Eine Tagesetappe betrug zwischen 180 und 210 Kilometer, bei einer Spitzengeschwindigkeit von 25 km/h; bis zu zehn Stunden sind die Fünf an einem Tag gefahren. Viel Zeit für sich alleine, um nachzudenken: „Der erste Tag war interessant und aufregend, am zweiten Tag kam ein kleiner Einbruch und man fragt sich, warum macht man das eigentlich. Doch dann beginnt man jede kleine Ortschaft zu genießen. Man nimmt die Schönheit der Dörfer und Landstraßen mit dem PKW gar nicht so wahr.“

Die Reise hat der Bankangestellte, der zugleich auch Obmann der Neudörfler Traktorfreunde ist (beim Dorffest am 8. September wird das 15-jährige Bestehen gefeiert), deshalb nicht bereut.

Auch kulturelle Eindrücke haben die fünf Fahrer gesammelt: Berlin, der Spreewald und Dresden wurden ausführlich besichtigt. Und einige der deutschen Traktorfreunde werden im kommenden Jahr Neudörfl besuchen.