Mattersburger Innenstadt wird zur Begegnungszone

Erstellt am 08. Dezember 2022 | 05:39
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Auch beim Veranstaltungsplatz, der sich zwischen Martinsplatz und Degengasse befindet, kommt eine Begegnungszone.
Foto: Richard Vogler
Eckpunkte fixiert: Begegnungszone vom Martinsplatz über die Degengasse bis inklusive Judengasse.

Neben dem Neubau des Rathauses am ehemaligen „Pucher-Areal“ in der Michael Kochstraße ist die Neugestaltung der Mattersburger Innenstadt das zweite Großprojekt, welches in der Bezirkshauptstadt ansteht. Vergangene Woche wurde der nächste Schritt dabei gesetzt. Details für die „neue“ Mattersburger Innenstadt sind noch abzuklären. Fest steht jedoch bereits, dass im Bereich Martinsplatz, Gustav Degengasse und Judengasse eine Begegnungszone umgesetzt wird.

Das Projekt ist bereits seit einiger Zeit in Planung, für die Umsetzung wurden Stadtplaner Heinz Gerbl und Architekt Leonhard Panzenböck beauftragt, Roman Michalek (MiRo) wird die Verkehrsmaßnahmen in die Wege leiten.

„Wir wollten keine Fußgängerzone. Man hätte die Autos dafür komplett aus der Innenstadt entfernen müssen, das geht schon alleine wegen des Busverkehrs nicht.“ CLAUDIA SCHLAGER Bürgermeisterin

Im November 2021 gab es ein erstes Rohkonzept, im Mai dieses Jahres gab es eine Bürgerversammlung, wo es einen ersten Vorschlag gab und die Mattersburger konnten dort Vorschläge einbringen.

Vergangene Woche erfolgte eine erste Präsentation des aktuellen Konzeptes für die Gemeinderäte. „Michalek, Gerbl, und Panzenböck haben die Vorschläge gesammelt, gereiht und nach Möglichkeit in diesen neuen Vorschlag eingearbeitet“, berichtet Bürgermeisterin Claudia Schlager, um klarzustellen: „Dieses Konzept ist noch immer nicht das letzte Ergebnis, bei einer nächsten Bürgerversammlung können sich die Mattersburger mit ihren Ideen noch einmal einbringen, Details könnten noch adaptiert werden. Das Grobkonzept steht jedoch.“

Und die größte Änderung für die Innenstadt ist auch schon fix: Drei Viertel des „Ringes“ – vom Martinsplatz weg über die Degengasse bis inklusive Judengasse wird zur Begegnungszone. Wie die Kochstraße gestaltet wird, ist noch offen, dort wird bekanntlich das neue Rathaus erbaut.

„Wir wollten keine Fußgängerzone. Man hätte die Autos dafür komplett aus der Innenstadt entfernen müssen, das geht schon alleine wegen des Busverkehrs nicht. Aus diesem Grund haben wir uns für eine Begegnungszone entschieden“, so Schlager.

Größerer Schanigarten bei der Konditorei Harrer

Ein Eckpunkt einer Begegnungszone sind bauliche Maßnahmen, eine könnte wie folgt aussehen: „In der Judengasse wird zum Teil die Fahrbahnbreite verkleinert. Der Gehsteig, also auch der Schanigarten bei der Konditorei Harrer, soll dadurch breiter werden und es soll eine Fahrbahnschwenkung kommen. Dadurch werden die Autos automatisch langsamer fahren“, berichtet Schlager, die weiters berichtet, dass der Brunnenplatz in der ursprünglichen Art und Weise, also in runder Form, umgestaltet werden soll.

Kritik kommt von den Grünen

Kritik gab‘s von Grün-Gemeinderätin Elisabeth Mendoza: „Empört hat mich, dass auf dem Hauptplatz mehrere Bäume gefällt werden sollen, weil sie nicht in das neue Konzept passen. Wir können es uns in der heutigen Zeit der Klimakrise nicht mehr leisten, Bäume aufgrund von ästhetischen Gesichtspunkten zu fällen.“

Schlager entgegnet: „Es kann sein, dass dort zwei, drei Bäume wegkommen, wenn der Platz neu gestaltet wird. Dafür werden in der Innenstadt insgesamt 23 Bäume gepflanzt.“