Kostenpunkt 10 Millionen: Schulbau wurde genehmigt. Im März können endlich die Bauarbeiten für die Neue Mittelschule (NMS) in Neudörfl beginnen.

Von Christian Artner. Erstellt am 14. Februar 2019 (05:17)
BVZ
Nachdem die Baugenehmigung für das Großprojekt Neue Mittelschule im vergangenen Monat eingetroffen ist, kann mit dem Abriss eines Teils des Gebäudes begonnen werden. Neue Räumlichkeiten für Tagesheim, Barrierefreiheit und Modernisierung der Klassenräume sind in den Plänen enthalten.

Die Baugenehmigung von Seiten der Burgenländischen Landesregierung hat sich um einige Zeit verzögert. Das ausgeschriebene Modell erforderte eine Prüfung der Schulbauabteilung hinsichtlich deren Bestimmungen. Für Bürgermeister Dieter Posch zog sich dieser Prozess relativ lange hin. Umso erwartungsfreudiger zeigen sich dieser und Direktorin Brigitte Knotzer. „Wir sind froh, dass alle Genehmigungen vorliegen.“ Auf Barrierefreiheit wird dabei – etwa durch die Errichtung einer Aufzugsanlage – ebenso geachtet, wie darauf, die Klassen auf den neuesten Stand der Technik und Pädagogik zu bringen. Außerdem werden für Essensausgabe und Nachmittagsbetreuung zusätzliche Räume geschaffen.

Die Bauarbeiten werden in zwei Phasen stattfinden. „Zuerst wird der straßenseitige Teil des Gebäudes, der bereits provisorisch abgekoppelt wurde, abgerissen und an dessen Stelle der Neubau errichtet. Sobald dieser benutzbar sein wird, wird der Rest vom Altbau durch eine Außensportanlage ersetzt“, berichtet Posch den Ablauf.

„Die Neue Mittelschule soll damit die modernste Schule im Bezirk werden“, fährt Posch fort. Mittlerweile geht sie in ihr zehntes Jahr. Zuvor wurde sie als Hauptschule mit sportlichem Schwerpunkt geführt. Ein Evaluierungsbericht des Bildungsministeriums aus dem Jahr 2015, der sich österreichweit mit dem Konzept der Neuen Mittelschulen befasst hat, stellte diesen im Allgemeinen kein gutes Zeugnis aus. Dort hieß es: „Insgesamt gibt es keinen belastbaren Hinweis, dass das Niveau der Neuen Mittelschulen im Durchschnitt über jenem vergleichbarer Hauptschulen liegt. Vielmehr besteht Zweifel, ob dieses an allen Standorten tatsächlich erreicht wird.“

Reformen brauchen Zeit, um zu wirken

Der Beitrag zu Leistungssteigerung und Chancengleichheit – große Ziele im Zusammenhang mit der Neuen Mittelschule – sei „eher gering“ gewesen. Direktorin Knotzer kann das nur zu gut verstehen: „Zu Beginn waren sehr gute Ansätze vorhanden. Inzwischen ist man allerdings wieder dabei, diese abzuwürgen. Es wird nicht genügend Zeit gegeben, um die Reformen wirken zu lassen.“ Es sei „blauäugig, nach so kurzer Zeit schon wesentliche Veränderungen zu erwarten. Jede Reform im Schulwesen braucht Jahre, bis sie wirklich gut greift.“

Ein vielversprechender Ansatz bestand in der Einführung sogenannter Team-Teaching-Stunden in Hauptfächern wie Deutsch und Englisch, die auch an der Neuen Mittelschule in Neudörfl vorgesehen sind. Damit soll dem unterschiedlichen Leistungsniveau der SchülerInnen, welches an Mittelschulen stärker ausgeprägt sei als in Gymnasien, Rechnung getragen werden.

„Um jedes Kind adäquat fördern zu können, braucht es einen differenzierten Zugang und Umgang mit den Schülern. Deshalb gibt es in den Hauptfächern zwei Lehrkräfte im Unterricht, um die Bedürfnisse der Schüler besser erfüllen zu können“, so Knotzer. Ein einziger Lehrer hätte kaum die Möglichkeit, auf diese verschiedenen Bedürfnisse adäquat einzugehen. Team-Teaching werde deshalb sowohl von Schülern und Eltern, als auch von den LehrerInnen selbst sehr positiv beurteilt.

Um die vorgegebenen bildungspolitischen Ziele erreichen zu können, würde sich Direktorin Brigitte Knotzer mehr Beständigkeit in der Schulpolitik wünschen: „Die Arbeit an der Schule wäre viel einfacher, würde es nicht ständig Regierungswechsel geben. Jede Partei, die neu an die Regierungsmacht kommt, versucht ihre Ideologie im Schulwesen zu verwirklichen.“ Obwohl sie in der Regel ein optimistischer Mensch ist, kann sie einen leichten Pessimismus hier nicht verbergen: „Solange Schule parteipolitisch dominiert werden darf, wird sich keine langfristige Verbesserung ergeben.“