Unstimmigkeiten wegen Forchtensteiner Poststelle. Wie und ob überhaupt in Zukunft in Forchtenstein eine Poststelle betrieben wird, darüber sind sich die Gemeinderatsparteien SPÖ, ÖVP und FPÖ nicht einig.

Von Harald Leitner. Erstellt am 28. Mai 2020 (05:05)

Nachdem der Betreiber des Sparmarktes in Forchtenstein Peter Fenzel seine Postpartnerschaft zurücklegte machten sich alle Parteien in der Gemeinde Gedanken, wie sie mit dieser Situation umzugehen haben.

„Wir haben weder den Platz noch die Ressourcen dafür.“Bürgermeisterin Riki Reismüller

Gemeindevorstand Christian Spuller und die Forchtensteiner FPÖ sind der Meinung, es müsse auf jeden Fall eine neue Poststelle her.

„Die FPÖ Forchtenstein hat sowohl im Gemeindevorstand als auch in der letzten Gemeinderatssitzung dieses Thema angesprochen. Seitens der SPÖ-Bürgermeisterin wurde es sofort abgelehnt, dass die Gemeinde diese Dienstleistung übernimmt, und seitens des ÖVP-Vizebürgermeisters war man gleich ganz der Meinung, dass man heutzutage eine Post ohnehin nicht braucht, da es ja eine Poststelle in Mattersburg gibt, zu der man fahren kann“, heißt es in einem Schreiben der FPÖ. Ihr Vorschlag ist es, eine Poststelle, die nebenbei von Gemeindebediensteten betrieben wird, einzurichten.

Vizebürgermeister Josef Neusteurer ist da anderer Meinung: „Bei der Vorstandssitzung habe ich sogar zuerst vorgeschlagen, dass wir eine Poststelle in Forchtenstein machen sollten. Dies wurde sowohl von der Bürgermeisterin als auch von unserem Amtsleiter zurückgewiesen. Beide meinten, dass weder Platz noch das notwendige Personal vorhanden wären, was ich auch durchaus nachvollziehen kann. Gemeinsam mit der FPÖ könnten wir eine Poststelle trotzdem mit einem Mehrheitsbeschluss durchsetzen, ich möchte jedoch die Bürgermeisterin nicht umgehen und einen Gemeindestreit auslösen. Wenn ich selbst Bürgermeister wäre, würde ich das allerdings sehr wohl durchsetzen.“

Für Bürgermeisterin Riki Reismüller stellt eine Poststelle, die von der Gemeinde betrieben wird, keine denkbare Option dar. „Wir haben weder den Platz noch die Ressourcen dafür und nachdem ich mit dem ehemaligen Postpartner in Forchtenstein gesprochen habe, bin ich der Meinung, dass dies für die Gemeinde ein totales Defizit wäre. Die große Postfiliale in Mattersburg ist nur sechs Kilometer von uns entfernt. Bevor wir in der Gemeinde eine Poststelle einrichten, die ohnehin größtenteils nur zur Rücksendung und Abholung von Paketen genutzt wird, ist es besser, wir machen etwas anderes für unsere Bevölkerung“, stellt die Bürgermeisterin klar.