Nicht zu sauer und auch nicht zu basisch: Bleib’ im Gleichgewicht

Erstellt am 14. August 2022 | 05:55
Lesezeit: 4 Min
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Astrid Gruber schwört darauf: Der Säure-Basen-Haushalt muss im Gleichgewicht gehalten werden. Müdigkeit, Hautprobleme, Allergien oder Übergewicht können gelindert werden.
Foto: BVZ
Selbst beschreibt sich die Bad Sauerbrunnerin Astrid Gruber gerne mal als „Botschafterin des Säure-Basen-Haushaltes“. Ganz formal heißt es hingegen zertifizierte Säure-Basen-Beraterin, außerdem ist Gruber Mikronährstoff-Coach, Atemtrainerin und leitet Smovey-Kurse. Ihr Motto ist „Keep the base“.

Wenn Astrid Gruber erklärt, warum ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt für den Körper so wichtig ist, dann verwendet sie zur besseren Veranschaulichung Vergleiche und Analogien. Zum Beispiel jene: „Unser Körper ist eine riesengroße Chemiefabrik, in dem es mehr Stoffwechselvorgänge gibt als in allen Chemiefabriken dieser Welt zusammen. Tatsächlich kann er aber immer nur reagieren, er kann uns nicht absichtlich etwas zufleiß tun. Und diese Reaktionen sind Reaktionen auf unsere Ernährung, unsere Bewegung oder Nicht-Bewegung, unsere Atmung und, der allergrößte Faktor: eine Reaktion auf unseren Stress.“

Zu große Säureflut bei permanentem Stress, wenig Sport & Co.

Lebt man im permanenten Stress, ernährt man sich ungesund, betreibt zu wenig Sport und atmet ständig eher flach anstatt tief, so könne das dazu führen, dass sich der Körper mit einer zu großen Säureflut konfrontiert sieht und diese zur Neutralisierung mit Mineralien binden muss. „Diese sogenannten Neutralsalze werden im Binde- und Unterhautgewebe abgelagert. Die Folge: das Säure-Basen-Gleichgewicht gerät ins Wanken, unangenehme Nebeneffekte wie Stoffwechselentgleisungen resultieren.“

Ob es so etwas wie eine Übersäuerung des Körpers tatsächlich gibt, abgesehen von Fällen mit beispielsweise angeborenen schweren Lungen- oder Nierenerkrankungen, ist rein wissenschaftlich gesehen nicht haltbar, ist sich ein Teil der Mediziner einig. Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung sei stets zu empfehlen, mit einer Übersäuerung habe das nichts zu tun, heißt es.

„Andere Mediziner wiederum sagen, dass es aufgrund unserer Lebensführung sehr wohl eine Übersäuerung gibt“, sagt Gruber: „Wenn sie permanent geschieht, und das von den ersten Lebensjahren an über Jahrzehnte, dann bekommt unser Körper – unsere Chemiefabrik – das einfach nicht mehr auf die Reihe. Die Säureanflutung übersteigt die Möglichkeiten unserer Puffersysteme. Der Körper reagiert.“

„Unser Körper ist immer bestrebt, dieses Gleichgewicht herzustellen. Dafür vernachlässigt er aber andere Funktionen.“ Astrid Gruber Säure-Basen-Beraterin

Grundsätzlich liegt der ph-Wert des Blutes ungefähr bei einem Wert zwischen 7,34 bis 7,44. Sinkt er darunter, bewegt er sich in den sauren Bereich, alles darüber ist basisch. Damit dieser ideale Wert gehalten wird, erklärt Gruber, hat der Mensch eben fünf Puffersysteme eingebaut: Leber, Niere, Lunge, Muskeln und Blut.

„Unser Körper ist immer bestrebt, dieses Gleichgewicht herzustellen. Dafür vernachlässigt er aber andere Funktionen, die wir auch gerne erfüllt sehen würden, zum Beispiel den Haarwuchs, gesunde Knochen oder gesunde Zähne.“ Haarausfall, poröse Knochen oder Zahnverlust können somit auf eine Übersäuerung hinweisen, erklärt Gruber. Weitere Symptome einer möglichen Übersäuerung seien Müdigkeit, Hautprobleme, Allergien, Bindegewebsschwäche, Gelenkabnützung oder Übergewicht.

Astrid Gruber sah sich selbst als ein Musterbeispiel dafür, was eine Übersäuerung im Körper auslöst. „Bis zu meinem 40. Lebensjahr war ich eine richtige ‚Dotschn‘, ein Couch-Potato, ich wollte eigentlich nur vor dem Fernseher liegen und hab dabei alles in mich hinein gegessen. An Sport wollte ich nicht einmal denken, ich war immer müde, hatte eine Pollenallergie, Kopfschmerzen, Haarausfall und Hautprobleme. Bis ich die Ursache von all dem erkannte und sie anpackte.“

Heute fühlt sich Astrid Gruber, in den Anfängen ihrer 50er, besser denn je und will auch anderen Menschen mit ihrem ganzheitlichen Konzept, das die Punkte Ernährung, Darmgesundheit, Entgiftung, Bewegung, gesunder Geist und Stressreduktion enthält, helfen, selbst wieder ins Gleichgewicht und Wohlgefühl zu kommen.

Wichtig ist ihr dabei zu betonen, dass sie nur mit Gesunden arbeite: „Etwas anderes darf ich von meiner Ausbildung her auch nicht. Also mit Menschen, bei denen organisch alles in Ordnung und schulmedizinisch abgeglichen ist. Trotzdem sagen manche, ich bin immer noch müde, habe Kopfschmerzen und Pickel, was kann ich noch tun? Und dann komm ich ins Spiel und schau‘ mir das näher an“, lächelt Gruber.

Einen kleinen Einblick, wie sie arbeitet, jedenfalls was den Bereich Bewegung betrifft, kann bei ihren Smovey-Einheiten gewonnen werden, die sie im Bezirk (u.a. in Neudörfl jeden Mittwoch ab 18:30 im Park neben dem Spar) im Rahmen von „Bewegt im Park“ anbietet. „Das Angebot ist sehr niederschwellig, für Jung und Alt, es werden keine Vorkenntnisse benötigt, geschieht ohne Anmeldung und ich habe sogar einige Leih-Smoveys dabei. Einfach vorbeischauen!“

Mehr Information auf www.keepthebase.at