Kampf um das Forchtensteiner Bürgermeisteramt

Erstellt am 14. Oktober 2022 | 04:57
Lesezeit: 5 Min
In Forchtenstein kommt es zu einer Stichwahl zwischen Alexander Rüdiger Knaak (SPÖ) und Josef Neusteurer (ÖVP). So sieht ihr weiterer Fahrplan aus.

Noch hat in Forchtenstein keiner den Bügermeisterposten inne. Während die SPÖ elf Mandate im Gemeinderat belegt, hat die ÖVP zehn erreicht und die FLF (Freie Liste Forchtenstein) zwei. Bei der Bürgermeisterwahl kam es zu keinem entscheidenden Ergebnis, Knaak erzielte 46,63%, Neusteurer 43,10% und Christian Spuller 10,27%.

Weiter geht es mit der Stichwahl, bis zu der sowohl die SPÖ als auch die ÖVP noch versuchen, Wählerstimmen zu gewinnen. „Wir werden zuerst einen Dankesbrief an alle schreiben, die mich beim ersten Wahlgang gewählt haben. Wir möchten die Wahlbeteiligung beibehalten und sogar noch erhöhen. Das haben wir schon mittels einer Aussendung unter die Leute gebracht“, berichtet Josef Neusteurer (ÖVP).

Außerdem wurde eine zweite Plakatserie bereits plakatiert mit dem Wahlspruch „Auf deine Stimme kommt es an“. Zu guter Letzt ist ein persönlicher Bürgermeisterbrief angedacht. Bis jetzt hatte die SPÖ das Bürgermeisteramt beansprucht, mit Reismüller als stabiler Spitze. Nach ihrem Rückzug ist die Chance der ÖVP, den Bürgermeister zu stellen, erheblich gewachsen.

„Unser Aufschwung hat auch damit zu tun, dass ich schon fast 30 Jahre im Gemeinderat und zehn Jahre Vizebürgermeister bin und mich mittlerweile sehr gut damit auskenne, was unsere Gemeinde braucht und was nicht, auch weil ich selbst Forchtensteiner bin. Natürlich wird es auch damit zu tun haben, dass der Spitzenkandidat der SPÖ gewechselt hat. Frau Reismüller hat ihre Sache sehr gut gemacht, man bleibt ja nicht ohne Grund 25 Jahre lang Bürgermeisterin. Den Bonus dieses jahrelangen Vertrauens hat Herr Knaak logischerweise nicht“, erörtert Neusteurer die Gründe für den Stimmenanstieg auf Seiten der ÖVP.

Da keine der Parteien die absolute Mehrheit hat, wird eine zukünftige Zusammenarbeit nötig sein. Für den Fall, dass Neusteurer Bürgermeister wird, hat er sich schon einen Plan gemacht: „Ich werde die Zusammenarbeit nicht anbieten, ich werde sie einfordern. Das ist ein großer Unterschied. Ich werde nicht Themen vorschlagen und mir dann einfach eine Mehrheit suchen. Nein, wir werden uns mit den beiden Parteien zusammensetzen, das Thema auf den Tisch werfen und unsere Vorgehensweise besprechen. Herr Knaak und Herr Spuller werden sich noch wundern, wie oft sie sich wöchentlich im Gemeindeamt aufhalten werden, damit wir die Themen von dieser Woche durchgehen können!“

Alexander Knaak empfindet das Wahlergebnis nicht als Niederlage: „Wir haben es in diesem Rahmen erwartet und sehen es keineswegs als Niederlage, schließlich haben wir unsere Mandate gehalten. Natürlich hätte ich mir aber gewünscht, dass die Wahlbeteiligung größer ist.“

Auch er hat noch viel vor bis zur Stichwahl. Genau wie bei der ÖVP gab es auch von Seiten der SPÖ eine Aussendung zum Thema Wahlbeteiligung. Weiters möchte er alle Gelegenheiten nutzen, um seine Schwerpunkte und Anliegen hervorzubringen, am liebsten bei Veranstaltungen und persönlichem Kontakt.

Außerdem möchte er sein Team mehr ins Licht rücken. „Ich habe sehr viele bestens ausgebildete Fachleute in meinem Team, welche mich unterstützen. Wir decken gemeinsam so viele Bereiche ab und können auf jeder Ebene mit fachlichen Kenntnissen und Kompetenz weiterhelfen, das möchte ich den Leuten gerne bewusstmachen“, erklärt Knaak.

Das Wahlergebnis beschreibt er mit folgenden Worten: „Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit dem Ausgang der Wahl. Ich glaube nicht, dass die Stichwahl etwas damit zu tun hat, dass ich als neuer Kandidat angetreten bin, ich konnte viele Stimmen für mich einnehmen und anhand des bisherigen Ergebnisses kann man ja sehen, welcher Kandidat im Vorteil ist.“

Nicht im Gemeindevorstand ist Christian Spuller mit der FLF. Enttäuscht ist er aber nicht: „Wir haben heuer alles neu aufgebaut von Namensfindung und Logo, von da her sind wir sehr zufrieden, dass wir gleich zwei Mandate gemacht haben.“ Obwohl er mit dieser Liste dieses Jahr zum ersten Mal angetreten ist, ist Spuller keineswegs neu in dieser Branche: Die Jahre davor war er bei der FPÖ und für diese im Gemeinderat tätig. Er hat also bereits Erfahrungen gesammelt, auch was die Zusammenarbeit angeht.

„Auf Gemeindeebene haben wir in den letzten Jahren gut mit der ÖVP zusammengearbeitet. Sie ist auch die Partei, bei der wir mit dem Vorsitzenden eine deutlich bessere Gesprächsbasis haben. Der Bürgermeisterkandidat der SPÖ pflegt keine Kontakte zu uns und die SPÖ sucht im Hinblick auf zukünftige Projekte nicht das Gespräch mit uns. Mit der ÖVP hat sich dagegen in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass Projekte umgesetzt werden können und geredet werden kann“, äußert sich Spuller zu diesem Thema. Eine zukünftige Zusammenarbeit mit der ÖVP kann er sich sehr gut vorstellen.