Neudörfler „Inflationsmenü“ für den kleineren Geldbeutel

Erstellt am 31. Juli 2022 | 05:34
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Jede Woche ein ausgewähltes Menü für 4,90 € bietet Peter Wittmann seinen Gästen an.
Foto: BVZ
Mit 8,7 Prozent war die Inflation in Österreich im Juni so hoch wie zuletzt vor 47 Jahren. Auch in der Neudörfler Gastronomie zogen die Preise an. Das Heurigenrestaurant Wittmann reagiert schon seit ein paar Wochen mit einem „Inflationsmenü“ auf die Teuerung.

„Als ich von einigen unserer Stammkunden gehört habe, dass sie zuhause teilweise statt einer warmen Mahlzeit nur mehr kalt gegessen haben, um Geld zu sparen, habe ich mir gedacht, das geht doch so nicht“, erzählt Peter Wittmann vom Heurigenrestaurant Wittmann, wie er auf die Idee des Inflationstellers bzw. Inflationsmenüs gekommen ist.

„Wir wissen, dass wir uns immer auf unsere Gäste und Stammkunden verlassen können. Die Situation während der Corona-Pandemie hat das bewiesen. Jetzt ist es an der Zeit, unseren Gästen in so schwierigen Zeiten etwas zurückzugeben.“ Peter Wittmann

Deshalb gibt es bei ihm jede Woche ein ausgewähltes Menü mit einem Preis von 4,90 Euro: Champignonsauce mit Knödel, geröstete Leber mit Röstkartoffeln oder, wie diese Woche, Spaghetti Bolognese, standen bereits auf der Speisekarte. Dazu gibt es wahlweise eine Suppe als Vorspeise oder einen Salat als Beilage.

„Mittags sind zwanzig bis fünfundzwanzig unserer verkauften Menüs Inflationsteller“, berichtet Wittmann. Seine Idee wird also gut in Anspruch genommen. „Wir wissen, dass wir uns immer auf unsere Gäste und Stammkunden verlassen können. Die Situation während der Corona-Pandemie hat das bewiesen. Jetzt ist es an der Zeit, unseren Gästen in so schwierigen Zeiten etwas zurückzugeben.“

Die Gastronomie selbst ist auch von den steigenden Preisen betroffen. „Zum Beispiel sind Öl und Fleisch extrem teuer geworden. Beide haben sich im Preis mehr als verdoppelt. Generell kann man von 25 bis 30 Prozent höheren Einkaufspreisen sprechen“, so Wittmann, weshalb die Preise anderer Menüs gleichzeitig leicht erhöht werden mussten.

Manche Gäste, die bereits die Corona-Krise sehr stark getroffen hat und arbeitslos wurden, essen und aßen bei Wittmann überhaupt komplett unentgeltlich. „Insgesamt stehen wir bei etwas mehr als neunhundert Essen, die wir bisher verschenkt haben.“

Zwei Liter Rapsöl statt 3,99 € jetzt 8,65 €

Eine große Belastung steht für den Gastronom allerdings noch bevor, nämlich bei den Energiepreisen: „Wir zahlen derzeit 1.600 Euro im Monat. Nächstes Jahr rechnen wir damit, dass wir über 3.000 Euro zahlen werden.“

Von der Teuerung betroffen, sowohl was die Einkaufspreise betrifft, als auch indirekt durch verändertes Kundenverhalten, ist auch der Neudörfler Martinihof. „Wir merken schon, dass weniger Gäste zu uns kommen“, sagt Luzia Eitzenberger, Geschäftsführerin im Martinihof. „Wir haben zwar die Preise nicht sonderlich erhöht. Aber es ist einfach allgemein eine schwierige Zeit. Die Leute überlegen sich schon, wo sie ihr Geld ausgeben. Dinge, die nicht unbedingt notwendig sind, vermeiden sie, würde ich sagen.“

Auf der Einkaufsseite sei fast alles teurer geworden, sagt Eitzenberger: „Fleisch, Fisch, Käse. Rapsöl kostet statt 3,99 € jetzt 8,65 €. Und der Liter Schlagobers 5,29 €.“