Auto mit Kot beschmiert, Mutter verzweifelt: „Wer macht so was?“

Erstellt am 04. August 2022 | 05:47
Lesezeit: 4 Min
Unbekannter beschmiert Familienauto in Rohrbach bei Mattersburg laufend mit Hundekot. Inbetriebnahme wegen Gestanks nicht möglich.

Am Montag dieser Woche ist es wieder passiert: Als Simone Wohlmuth mit ihren Kindern ins Auto einsteigen und wegfahren wollte, griff ihre siebenjährige Tochter in – Hundekot.

Leider war das nicht der erste Vorfall dieser Art.

„Das brachte sie so aus der Ruhe, dass sie einen schweren epileptischen Anfall erlitt und ins Spital musste“, erzählt Simone Wohlmuth am Dienstagvormittag in ihrer Wohnung in Rohrbach.

Es ist ruhig im Wohnzimmer. Fünf Kinder spielen, schlummern und schauen fern, die Siebenjährige ist noch immer im Spital.

„Im September 2021 hat es begonnen“, erzählt die junge Mutter. „In der Früh greift man in frische Scheiße…“

Das sei, sagt sie, „kein Spaß“.

Hundekot in Lüftung: Benützung unmöglich

Seither passiert es regelmäßig: Windschutzscheibe, Türgriffe und Lüftungsschlitze ihres Opel Vivaro sind morgens mit Hundekot beschmiert.

Simone Wohlmuth weiß sich nicht mehr zu helfen. „Mit sechs Kindern, zwei davon sind beeinträchtigt, sind wir auf das Auto angewiesen“, sagt sie.

Ausflüge mit den Kindern seien aber wegen der Hundekot-Attacken jetzt, im Sommer, mitten in den Ferien, nicht möglich. Die Familie bleibt daheim.

Auch das Plantschen im Pool auf der kleinen Terrasse vor der Wohnung macht nicht mehr so richtig Spaß, seit der oder die Unbekannte Hundekot über den Zaun geworfen hat, der im Wasser landete.

Das regelmäßig mit Hundekot beschmierte Familienauto parkt auf der Hauptstraße in Rohrbach. Ganz legal, in einer Parkbucht, wie andere Autos auch.

Von den Fäkal-Attacken war auch schon das Firmenauto ihres Partners betroffen, erzählt Simone Wohlmuth. Ebenso fand ein weiterer Hausmieter sein Firmenauto mit Exkrementen beschmiert vor.

Die Briefkästen von Familie Wohlmuth und des zweiten betroffenen Mieters waren ebenfalls einmal mit Kot befleckt, während die anderen Briefkästen sauber geblieben waren.

„Wie krank muss ein Mensch sein, der so etwas tut?“, fragt sich Simone Wohlmuth.

Am Montag dieser Woche war die Polizei da. Simone Wohlmuth zeigte den Beamten die Fotos von den in die Lüftungsschlitze geschmierten Hundstrümmerln.

„Man sagte mir, dass das keine Sachbeschädigung ist. Nur zivilrechtlich kann man etwas tun, aber dazu muss man den Täter kennen“, berichtet Simone Wohlmuth. Eine Überwachungskamera kann sich nicht installieren: Das Auto steht auf öffentlichem Gut.

Polizei kündigte mehr nächtliche Streifen an

Die Polizei habe ihr versprochen, die Gegend öfter zu bestreifen, sagt Simone Wohlmuth.

Vielleicht liege es daran, dass sie auf der Hauptstraße parke, überlegt die junge Frau.

Aber wo soll sie sonst parken? Der Monatseinkauf wiegt schwer und sollte direkt vom Auto ins Haus gebracht werden. Und das Einsteigen mit sechs Kindern vom Säugling bis zur angehenden Gymnasiastin samt Kinderwagen fällt auch leichter, wenn das Auto vor der Türe steht.

Mit dem Auto fährt Simone Wohlmuth jetzt nicht mehr einkaufen. Zuerst müsste es komplett gereinigt werden. „Ich will nicht, dass wir die Bakterien einatmen“, sagt Simone Wohlmuth.

In der Zwischenzeit geht sie mit den Kindern zu Fuß einkaufen, jeder mit einem Rucksack am Rücken. „Das ist schwierig: Wir brauchen jede Menge Lebensmittel.“

Ihr größter Wunsch wäre, dass der Unbekannte mit dem Hundekot-Terror aufhört.