Mattersburger Wälder: Kameras sollen Biker abschrecken. Immer mehr Biker oder Quadfahrer: Nun wurden zehn Wildkameras installiert, um dem Problem Herr zu werden.

Von Richard Vogler. Erstellt am 05. Juli 2020 (06:09)
Obmann Werner Wilfing gemeinsam mit Harald Tschach vor der Einfahrt zum Waldweg vom „Paradies“ aus. Dieser Bereich befindet sich zwar gleich beim Forchtensteiner Stausee, er gehört jedoch zum Mattersburger Hotter.
Vogler

Der Wald ist an und für sich ein stiller Ort, an dem Menschen in der freien Natur auch Erholung suchen. Immer öfters durchdringt jedoch Motorenlärm die 472 Hektar Wald der Urbarialgemeinde Mattersburg. Mit Wildkameras will man diesem Problem nun Herr werden.

„Sollte dies auch nicht fruchten, dann werden wir auch Anzeigen erstatten.“Werner Wilfing, Obmann der Urbarialgemeinde Mattersburg

„Es kommt immer wieder vor, dass Personen mit Motorrädern oder Quad-Fahrzeugen auf den Waldwegen unterwegs sind. In den letzten Jahren hat dies stark zugenommen“, berichtet Werner Wilfing, Obmann der Urbarialgemeinde Mattersburg, um weiter auszuführen: „Wir haben uns nun entschlossen, zehn Wildkameras auf den Waldwegen zu installieren, um die Motorrad- oder Quadfahrer zu erwischen. Sie dienen vorerst einmal als Abschreckung. Sollte dies auch nicht fruchten, dann werden wir auch Anzeigen erstatten.“

Im Forstgesetz ist gesetzlich geregelt, dass sich ausschließlich Fußgänger im Wald aufhalten dürfen, Fahrzeuge mit Motoren oder Radfahrern ist dies untersagt. Das Gebiet der Urbarialgemeinde Mattersburg erstreckt sich vom Forchtensteiner „Paradies“ (man gelangt dorthin, wenn man die Straße zum Forchtensteiner Stausee nimmt) bis hinunter zur „Besenreit“, danach beginnen die einzelnen Privatwälder von Mattersburg. „Meistens nehmen die motorisierten Personen den Weg vom Paradies aus. Auch der Schranken stellt keine Hürde dar, sie schlängeln sich im kleinen Bereich zwischen Schranken und Waldbeginn einfach durch.“

Ein zweites Problem, das sich nicht nur auf die Urbarialgemeinde beschränkt, hat klimatische Ursachen: Die Borkenkäfer-Plage. „In den letzten fünf Jahren hat diese stark zugenommen, jeden Sommer müssen wir zwischen zwei und fünf Hektar schlagen. Das Problem ist nicht zu bekämpfen, wir bekommen ihn nicht weg“, so Werner Wilfing.

Der geringe Niederschlag in den vergangenen Jahren und auch der Umstand, dass in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt auf Fichtenmonokulturen gesetzt wurde, begünstigte die Ausbreitung des Borkenkäfers. Das Problem dabei: Die Käferpopulation steigt dann so stark an, dass auch gesunde und vitale Bäume durch den Massenangriff absterben können.