Wiesen

Erstellt am 14. Juli 2018, 05:14

von Judith Jandrinitsch

Wohin mit Gehsteig?. Grundabtretungen Die Wieser Plattform (WiP) spricht sich gegen Straßenverbreiterung auf Kosten der Anrainer im Ortsteil Graben aus.

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Der Graben ist der älteste Ortsteil des Ortes. Dicht an dicht stehen die Häuser beieinander und schmiegen sich auf beiden Seiten des Edlesbaches an den steilen Hang. Dass dieses Siedlungsgebiet historisch gewachsen ist, darauf verweist auch WiP-Gemeinderat Josef Pauschenwein. Und seine Partei spricht sich auch dafür aus, diese Bauweise beizubehalten.

WiP fürchtet negative Folgen für Anrainer

Denn die WiP fürchtet, dass aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses, der schon im Dezember 2017 ohne die Stimmen der WiP gefasst wurde, sich Unruhe und Unsicherheit bei den Anrainern breitmachen könnte. „Ausgehend von den notwendigen Instandhaltungsarbeiten in der Hauptstraße betreffend einer Gartenmauer mit aufgesetztem Zaun, ist vom Bürgermeister ein erstes verkehrstechnisches Gutachten angefordert worden, zu dessen Umsetzung ein Gemeinderatsbeschluss im Dezember 2017 verabschiedet wurde.

Nach angekündigtem Antrag der WiP auf Abänderung des Beschlusses mit Vorlage eines Gesamtkonzeptes, ist ein weiteres verkehrstechnisches Gutachten beauftragt worden, das verkehrstechnische Maßnahmen entlang des Großteils der Hauptstraße im Graben vorschlägt. Ziel des Gutachtens ist es, ein durchgehendes Fußwegnetz und einen reibungslosen Verkehrsablauf für den Begegnungsfall Pkw-Lkw zu garantieren. Die Umsetzung der beiden Gutachten greift massiv in die Lebensqualität der Bevölkerung im Ortsteil Graben ein“, ist Pauschenwein überzeugt.

Die Abtretungen beim Anlassfall Gartenmauer würden nach Auskunft der 73-jährigen Besitzerin ca. 1,7 Meter auf einer Länge von 27 Metern betragen. Der Mauerbau an der bisherigen Grundstücksgrenze in der Hauptstraße wurde mittlerweile eingestellt. Die WiP sieht das Projekt „Durchgehendes Fußwegenetz“ als nicht umsetzbar, den geplanten Zeitraum von rund 100 Jahren als viel zu abstrakt, als dass positive Auswirkungen rasch spürbar würden.

„Wir wollen keinen Streit und auch nicht provozieren. Wir wollen, dass die Menschen, die im Graben leben, in die Entscheidung mit einbezogen werden, wie zukünftig hier gebaut werden soll. Bis jetzt sind sich die Verkehrsteilnehmer immer mit Respekt begegnet. Darum lautet unser Vorschlag, dass ein durchgängiger Gehweg sofort verwirklicht werden soll, an den neuralgischen Stellen soll der Gehsteig abgeschrägt werden, damit Autos im Fall des Falles über den Gehweg ausweichen können“, hält Pauschenwein fest.

"Herr Pauschenwein ist Doktor der Philosophie, aber meines Wissens nach kein Verkehrsplaner"

Diesen Vorschlag hält Bürgermeister Matthias Weghofer, ÖVP, für nicht realisierbar. „Es liegen mittlerweile zwei Verkehrsgutachten vor, die unsere Vorgehensweise bestätigen. Herr Pauschenwein ist Doktor der Philosophie, aber meines Wissens nach kein Verkehrsplaner. Ich frage mich, ob er die Verantwortung übernimmt, wenn bei einer Begegnung auf einem abgeschrägten Gehsteigteil eine Mutter mit Kind von einem Fahrzeug erfasst wird. Ich übernehme die Verantwortung nicht.“ Außerdem sei es laut Gesetz nicht erforderlich, bei der Erstellung eines Verkehrsgutachtens, die Anrainer einzubinden. Auch das Zurückversetzen zukünftiger Neubauten verteidigt der Bürgermeister.

„Die Bebauung im Graben ist so gewachsen. Einmal muss man damit beginnen, etwas zu ändern.“ Zur eingestellten Baustelle sagt Weghofer nur: „Wir wurden tätig, weil jemand Anzeige gegen die Mauererrichtung eingebracht hat. Auf die haben wir reagiert. Mehr kann ich dazu nicht sagen, der Punkt wurde in der Juni-Gemeinderatssitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt.“