Pachtvertrag mit Neudörfler Badwirt verlängert

Der Neudörfler Gastwirt Norbert Gerencser wird weiterhin die Badkantine „Xandl‘s Seetaverne“ am Badesee betreiben. Mit der Gemeinde einigte er sich auf zusätzliche 10 Jahre.

Christian Artner Erstellt am 19. Juli 2020 | 06:10
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Norbert Gerencser führt seit 1995 die Badkantine am Neudörfler Badesee mit dem klingenden Namen „Xandl‘s Seetaverne“, die er von seinem Vater Alexander Gerencser übernahm.
Foto: Artner

Es ist sicherlich keine Übertreibung, bezeichnet man Norbert Gerencser als eine Institution des Neudörfler Badesees. Während in anderen Gemeinden auf Pachtverträgen von Badkantinen fast jährlich neue Namen eingetragen werden müssen, steht der von Gerencser bereits seit 1986 auf den Neudörfler Dokumenten.

„Da gab es eigentlich nichts zu überlegen“

Zunächst war es noch Vater Alexander, von dem her auch der Name „Xandl’s Seetaverne“ stammt; danach ab 1995 schließlich der von Norbert selbst. Daran gedacht, die Taverne umzutaufen, hat Gerencser Junior keinen Moment. „Das ist ein Ehrenname und wird auch weiterhin so geführt“.

Auch das gehört zur Kontinuität, die nun zumindest weitere zehn Jahre andauern könnte. Die Gemeinde Neudörfl und Norbert Gerencser wurden sich nämlich einig, den Pachtvertrag um eine weitere Dekade zu verlängern.

Lange hin und her überlegen, ob er zusätzlich zu seinem Gasthaus schräg gegenüber dem Bahnhof weiterhin oben am See arbeiten möchte, musste er nicht. „Da gab es eigentlich nichts zu überlegen“, sagt Gerencser. „Es sind beide Seiten, sowohl die Gemeinde, als auch ich zufrieden und deswegen funktioniert es auch.“

Bürgermeister Dieter Posch sieht das ähnlich und betont, dass „wir in Neudörfl in einer sehr komfortablen Situation sind, dadurch dass wir so einen verlässlichen und langfristigen Partner haben. Allein der Bezirk Mattersburg reicht, um beobachten zu können, wie sonst überall krampfhaft nach Pächtern gesucht wird.“

Fleischlaberl sind der absolute Renner

Für Gerencser selbst bringt ein langfristiger Vertrag ebenfalls Vorteile mit sich, etwa Planungs- und Investitionssicherheit, weshalb er in den vergangenen Jahren, aber vor allem ganz zu Beginn, auch viel in die Taverne investiert hat.

Nicht ganz unwesentlich und neben dem Geschäftlichen und der Tradition ein ebenfalls nicht zu vernachlässigender Grund für die Verlängerung ist sicherlich auch das mediterrane Flair am Badesee.

„Es ist schon recht schön dort. Auch mein Personal ist gern am See. Ich wüsste niemanden, der nicht glücklich mit der Arbeit wäre. Und es sind auch die Kunden zufrieden. Das ist auch sehr wichtig.“ Die kommen heuer, etwa wegen Corona, an heißen Tagen nicht unbedingt weniger vorbei. „Eigentlich nicht und die meisten halten sich auch an die Regeln. Ich bemerke aber, dass es einige schon wieder zu locker nehmen. Wenn wir Pech haben, gibt es in der Gastronomie in ein paar Wochen wieder verschärfte Maßnahmen.“

In sein Wirtshaus kommen die Gäste zwar auch schon wieder regelmäßiger, aber, so sagt Gerencser, sie bleiben kürzer. „Der Gast geht wieder früher nach Hause. Das ist ein Trend, den anscheinend auch die großen Heurigen bei uns haben. Das fehlt dann natürlich beim Umsatz.“

Ohnehin gäbe es für Gerencser neben den Corona-Einschränkungen einen zweiten Faktor, der stark auf den Umsatz drückt: das Rauchverbot. „Wir sind ein kleines Gasthaus, wo noch Karten gespielt wird. Und da wir leider keinen Garten haben, ist das schon ein Problem.“

Am Badesee ist das hingegen zweitrangig, dort lassen sich Essen und Getränke auch im Freien genießen. Der absolute Renner sind dabei nach wie vor die Fleischlaberl, aber auch Wurstsalat oder Fischsemmeln erfreuen sich großer Beliebtheit. Und der Most rangiert wie schon im letzten Jahr noch vor dem Bier.

Wegen dem bisher eher schlechten Badewetter will sich Gerencser nicht beschweren, weil: „Daran können wir sowieso nichts ändern. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die jammern. Wenn man realistisch ist, weiß man, dass es nicht nur heiße Tage geben kann. Ich bin trotzdem zufrieden.“