Region: Kurhotel verzerrt Tourismusbilanz. Rückgang an Übernachtungen in der Region Neusiedler See wegen Hitze und Umbauarbeiten.

Von Birgit Böhm-Ritter und Bettina Deutsch. Erstellt am 06. Februar 2019 (04:38)
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Symbolbild

19.003 Nächtigungen weniger als 2017. Das weisen die Tourismuszahlen der Statistik Burgenland der Region Neusiedler See im Jahr 2018 aus. Erklärt ist das prozentuelle Minus von 1,2 Prozent schnell. Sieht man sich die Statistik genauer an, sticht nämlich die Gemeinde Mönchhof mit einem Verlust von 80,9 Prozent - das sind fast 25.000 Übernachtungen - sofort heraus. Damit ist die älteste Weinbaugemeinde Österreichs auch burgenlandweit trauriger Spitzenreiter.

Das eklatante Minus resultiert allerdings aus einer Qualitätsoffensive, die sich das Kurhaus Marienkron selbst verschrieben hat. Seit mehr als einem Jahr ist das Kurhotel geschlossen.

Renovierungsarbeiten samt modernen Zubau sind seitdem am Laufen. Im letzten Vollbetriebsjahr 2017 verzeichnete das Hotel 35.000 Nächtigungen. Auf so viele zielt man künftig im Kurhaus nicht mehr an. Die Renovierung bringt auch eine Bettenreduzierung von 132 auf 100 Betten mit sich. Die Eröffnung steht am 1. April am Programm. „Für das erste Vollbetriebsjahr (2020) rechnen wir mit 22.000 Nächten“, lässt Geschäftsführer Gunther Farnleitner die BVZ wissen.

Manko Klimaanlage: Hitze als Spielverderber

Mit einem Nächtigungsminus von 2,6 Prozent hat im vergangenen Jahr aber auch eine durchaus starke Tourismusgemeinde zu kämpfen. 141.400 Übernachtungen wurden in den 1307 Betten von Illmitz gezählt, dennoch hat der heiße August den Seewinklern und seinen Gästen zu schaffen gemacht. „In vielen Unterkünften mangelt es noch an der notwendigen Klimatisierung, hier besteht dringender Handlungsbedarf“, berichtet Tourismusobmann Rudolf Strommer.

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Die Tourismuszahlen im Bezirk Neusiedl. VGStockstudio/Shutterstock.com (Foto), Grafik Bischof

Aber auch vonseiten des Landes wünscht man sich in Illmitz mehr Unterstützung. „Tourismus ist mehr als warmes Wasser. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, bieten von Februar bis in den Herbst hinein individuelle Programme für unsere Gäste. Dennoch benötigen wir das Land Burgenland, um noch mehr interessierte Urlauber für Illmitz begeistern zu können“, sagt Strommer weiters.

Eines zeigt die Statistik klar: Der Gast, der in die Region kommt, möchte hohe Qualität. Ein Viertel der Touristen steigt in Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels ab. Und diese anspruchsvollen Gäste werden mehr (+ 1,4 Prozent). Eine andere große Gruppe sind die Camper. Fast 22 Prozent der Gäste in der Region Neusiedler See finden ihre Unterkunft auf Campingplätzen. Campingreisen liegen im Trend, aber auch hier stellen die Gäste hohe Ansprüche.

In der Grenzgemeinde Andau profitiert man von diesem Trend und verzeichnet bei den Übernachtungen ein Plus von 23,3 Prozent, bei den Ankünften um 33,4 Prozent. „Weiter so, kann ich da nur sagen. Wir investieren kontinuierlich in allen Bereichen unserer Heimatgemeinde, damit sich nicht nur unsere Bewohner, sondern auch unsere Gäste vor Ort wohlfühlen. Die Statistik zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, freut sich Bürgermeister Andreas Peck.

Den Grund für die steigende Nachfrage vermutet der Ortschef in der guten Qualität des Andauer Badesees als auch im über die Grenzen hinaus bekannten Weinbau. „Der Andauer Wein lockt immer mehr Gäste in unsere Gegend. Den Aufenthalt gleich mit einem Badeurlaub zu verbinden, bringt natürlich doppeltes Vergnügen.“