26 Millionen für Erhalt des Neusiedler Hallenbades

Erstellt am 25. Januar 2022 | 12:39
Lesezeit: 4 Min
New Image
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (2.v.r.) präsentierte mit Sport- und Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner (3.v.l.) und Bürgermeisterin LAbg. Elisabeth Böhm (2.v.l.), Stadtrat Heinz Zitz (1.v.r.), Beiratsvorsitzender der Freizeitbetriebe Neusiedl am See GmbH, und Sonnentherme-Geschäftsführer Werner Cerutti (1.v.l.) die Zukunftspläne für das Hallenbad in Neusiedl am See.
Foto: Bgld. Landesmedienservice
Bis Ende 2024 soll das marode Bad generalsaniert und durch ein angeschlossenes Tourismusprojekt aufgewertet werden.

Die Tage des Neusiedler "Geisterhallenbades" sind gezählt. Zumindest wenn es nach Stadtführung und Burgenländischer Landesregierung geht, soll dem seit fast zwei Jahren geschlossenen Hallenbad bald wieder Leben eingehaucht werden. Ein Konzept für eine Sanierung samt Ausbau wurde heute von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Sportlandesrat Heinrich Dorner, Bürgermeisterin Elisabeth Böhm,  Stadtrat Heinz Zitz, Beiratsvorsitzender der Freizeitbetriebe Neusiedl am See GmbH, und Sonnentherme-Geschäftsführer Werner Cerutti vor Medienvertretern präsentiert.

Für eine Umsetzung des Projekts fehlt allerdings noch die Zustimmung des Gemeinderates. Dieser soll nächste Woche über die Zukunft des Neusiedler Hallenbades abstimmen. Heute Abend wird das Konzept den Mitgliedern des Stadtrats vorgestellt.

Insgesamt sollen nach einer Kostenschätzung 26 Millionen investiert werden. Davon fließen über 19 Millionen in die Generalsanierung des Hallenbades samt Saunalandschaft. Dabei soll das Gebäude komplett entkernt, neu zoniert und mit modernen technischen Komponenten zur Energieeinsparung undCO2-Vermeidung ausgestattet sowie neu eingerichtet werden. Besonderen Mehrwert soll ein weiteres wettkampftaugliches 25 Meter - Becken in einem Zubau bieten.

Hotel und Camping

Das Gesamtkonzept beinhaltet auch ein Tourismuskonzept, für das rund 6 bis 7 Millionen Euro veranschlagt wurden: Gebaut wird ein Budget-Hotel (3 Stern-Plus), welches direkt mit einem kurzen Verbindungsgang an das Schwimmbad angedockt wird. Der bestehende Gastrobereich im Hallenbad wird zu einem Restaurant mit 120 Sitzplätzen erweitert und dient gleichzeitig als Restaurant für das Hotel. 

Neu errichtet wird eine Camping & Glamping Anlage mit rund 50 Wohneinheiten rund um die bestehende Liegewiese. Glamping hat sich in den letzten Jahren als Begriff in der Tourismusbranche durchgesetzt und erobert nach und nach den europäischen Campingmarkt. Es handelt sich um „glamouröse“ Campingunterkünfte, meist Mobilheime. Außerdem wird am Schwimmbaddach, am Hoteldach und auf Carports auf den Parkplätzen eine PV-Anlage mit einer Gesamtleistung von rund 1.000 kWp errichtet. 

Kooperation: Land und Stadtgemeinde

Die Betriebskosten für das Hallenbad sollen aus einem Zuschuss der Stadtgemeinde Neusiedl am See von 300.000 Euro jährlich und den Einnahmen aus den Tourismuseinrichtungen gedeckt sein.

„Seitens des Landes gab es immer ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Hallenbades, auch im Regierungsprogramm. Es war unser Ansinnen, eine nachhaltige, wirtschaftlich darstellbare Lösung zu finden. Mit dem geschnürten Maßnahmenpaket wird der Standort Neusiedl nicht nur nachhaltig abgesichert, sondern deutlich aufgewertet. Neben der Sanierung ist wichtig, dass die Komponenten Hotel und Glamping & Camping einen neuen touristischen Impuls für die Stadtgemeinde Neusiedl bzw. für die gesamte Region setzen werden“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil

Das gesamte Projekt inklusive weiterführendem Betrieb wird von der Landesholding Burgenland und deren Gesellschaften umgesetzt. Die Fertigstellung ist bis Ende 2024 geplant. 

„Für die Stadtgemeinde ist das Hallenbad und das Gesamtprojekt eine wichtige Einrichtung und eine einmalige Chance - für die Sportvereine in der Region, für die vielen Kinder, um schwimmen zu lernen, für unsere Familien und den Tourismus. Die Nutzung das Hallenbades als touristisches Projekt ist ein immenser Vorteil, den wir nutzen wollen“, freut sich Bürgermeisterin Landtagsabgeordnete Elisabeth Böhm. 

Unter Denkmalschutz

Im März 2020 musste das Hallenbad Neusiedl am See (Baujahr 1977) wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. „Die Erstellung eines finanziell darstellbaren Sanierungskonzeptes wurde dadurch erschwert, dass das Hallenbad im Juli 2019 vom Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt wurde“, erläutert Landesrat Heinrich Dorner. Laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes am 27. November 2020 wurde der Bescheid des Bundesdenkmalamtes zur Unterschutzstellung des Hallenbades Neusiedl am See bestätigt und der Beschwerde der Freizeitbetriebe Neusiedl GmbH und der Stadtgemeinde Neusiedl am See nicht stattgegeben. Das Hallenbad in Neusiedl am See ist das erste Hallenbad im Stil des Brutalismus, das in Österreich per Bescheid unter Denkmalschutz gestellt wurde.