Neusiedl am See

Erstellt am 14. Februar 2019, 05:38

von Birgit Böhm-Ritter

Neusiedl: 106 Taferlklassler eingeschrieben. Nach derzeitigem Stand gibt es zwei erste Klassen in der Klosterschule und drei in der Taborschule.

Nach zwei Jahren mit weniger Taferlklasslern wird es nach momentanem Stand im nächsten Schuljahr in der Volksschule am Tabor wieder drei erste Klassen mit insgesamt 54 Schülern geben.  |  Birgit Böhm-Ritter

Mit der Einschreibung in die Volksschule beginnt für Vorschulkinder der erste Schritt in die Schulzeit. Seit Ende Jänner ist die Einschreibung in den beiden Neusiedler Volksschulen abgeschlossen. Nach heutigem Stand sind es im Schuljahr 2019/20 insgesamt 106 Kinder, die im September in Neusiedls Schulen ihren ersten Schultag erleben dürfen.

Kloster: Maximum bei Schülerzahl erreicht

52 Kinder wurden in der Volksschule der römisch-katholischen Klosterschule aufgenommen. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Schuljahren wird es 2019/20 statt drei wieder nur zwei erste Klassen geben. Geschuldet ist die geschrumpfte Zahl der Taferlklassler den örtlichen Gegebenheiten: Für mehr Schüler ist schlicht kein Platz im Haus. „Mit insgesamt zehn Klassen ist das Maximum erreicht“, erklärt Direktor Sascha Baumgartner.

Die Nachfrage nach Plätzen in der Privatschule steige allerdings jedes Jahr weiter an. 80 Voranmeldungen habe es vorerst für das kommende Schuljahr gegeben. Letztlich konnten 17 Kinder nur auf eine Warteliste gesetzt werden.

Steigende Nachfrage. 80 Voranmeldungen gab es für die ersten Klassen des Schuljahres 2019/20. Nur 52 Kinder konnten aufgrund der gegebenen Bedingungen im Haus aufgenommen werden. Foto: Böhm-Ritter  |  Birgit Böhm-Ritter

Die immer größer werdende Nachfrage an Plätzen in der Schule dürfte neben dem guten Ruf der Bildungseinrichtung mit dem großen Zuzug der Stadt zusammenhängen, vermutet Baumgartner. Viele Eltern würden die Wahl der Schule aber mit der Familientradition oder mit dem Wunsch der Vermittlung von christlichen Werten begründen.

Welche Kriterien sind es nun aber, die für eine Aufnahme in die Klostervolksschule erfüllt werden müssen? „Festgeschriebene Kriterien, die über eine Aufnahme bestimmen, gibt es eigentlich nicht. Nur Geschwisterkinder bekommen den Vortritt“, beantwortet Baumgartner die Frage. Auch der Wohnort sei nicht unbedingt ausschlaggebend. An der Schule seien Kinder von Neusiedl über Purbach bis Kittsee.

„Oft sind schon die Mütter oder Großmütter in die Klosterschule gegangen.“Sascha Baumgartner, Direktor der röm.-kath. Volksschule

Für alle Kinder, die in der Klostervolksschule aufgenommen werden wollen, gilt es, die zweiteilige Einschreibung – wie in jeder Schule – mitzumachen. Bevor es zur administrativen Einschreibung kommt, werden alle vorangemeldeten Kinder zu einem Schnupperunterricht eingeladen. „Hier wird die Schulreife festgestellt: Motorik, Aussprache, Mengenerfassung, der Umgang mit Gegenständen wie etwa einer Schere wird angeschaut – und das Gruppenverhalten, deshalb laden wir die Kinder in Gruppen zum Schnuppertag ein.“

Von den sogenannten Vorläuferfertigkeiten überzeugt man sich auch in der Volksschule am Tabor im Rahmen der Einschreibung. „Bei uns verläuft die administrative Einschreibung parallel zur pädagogischen Einschreibung. Dabei werde ich von einzelnen Kolleginnen unterstützt. Die Lehrerinnen arbeiten mit dem Kind in Einzelarbeit. Die Kinder haben immer große Freude und zeigen ganz begeistert, was sie schon alles an Wissen mitbringen“, berichtet Direktorin Kordula Csukker.

Reformpädagogik im Unterricht am Tabor

54 Kinder haben sich für das nächste Schuljahr in der Volksschule am Tabor eingeschrieben. Diese Zahl liege im Durchschnitt der vergangenen Jahre, so Csukker. Gibt es in diesem Schuljahr zwei erste Klassen, so kommen im Schuljahr 2019/20 nach derzeitigem Stand wieder drei erste Klassen zustande.

Den Fokus legt das Pädagogenteam auf Potenzialentfaltung beziehungsweise Stärken-orientiertheit. Wesentliche Elemente der Reformpädagogik seien bereits wichtige Bestandteile im Unterricht. „Projektorientierter Unterricht, Arbeiten mit Tages- oder Wochenplänen stehen längst an der Tagesordnung unserer schulischen Arbeit, da die Förderung der Selbsttätigkeit allen wichtig erscheint. Immer mehr fungieren die Lehrerinnen und Lehrer als Lernbegleiter, man könnte sie auch als Tutoren oder Coaches bezeichnen“, beschreibt Csukker.

Den Übergang vom Kindergarten in die Volksschule wollen jedenfalls beide Bildungseinrichtungen so sanft wie möglich gestalten, ist der Übertritt in die Schule doch ein einprägsames Erlebnis für die Kinder. Im Rahmen der sogenannten „Transition“ sind unter dem Schuljahr immer wieder Besuche von Kindergartenkindern in den Schulen geplant. Höhepunkt der Transition ist die Übergabe der Portfolio-Mappe durch das Kindergartenkind an seine Schule im Frühjahr, in der „Dokumente“ (Zeichnungen, Fotos, Basteleien...) der Kinder aus der Kindergartenzeit gesammelt wurden, und die einen Entwicklungsprozess zeigen.